Weltmilchgipfel: Globale Milchproduktion wird leicht steigen

Die globale Milcherzeugung wird im Jahr 2010 nach Einschätzung des Internationalen Netzwerks für landwirtschaftliche Betriebsvergleiche (IFCN) trotz der kritischen Marktsituation geringfügig zunehmen.
Wie das Forschungszentrum mitteilte, dürfte die weltweite Milchproduktion
Die globale Milchproduktion dürfte nach Angaben des Internationalen Netzwerks für landwirtschaftliche Betriebsvergleiche 2010 leicht steigen.
Die globale Milchproduktion dürfte nach Angaben des Internationalen Netzwerks für landwirtschaftliche Betriebsvergleiche 2010 leicht steigen.
im laufenden Jahr um knapp 11 Mio. t ansteigen nach einem Plus von 15,6 Mio. t im Jahr 2008. Wie das IFCN in seinem "Dairy Report 2009 " berichtet, betrifft die derzeitige Milchkrise rund 150 Mio. Milchbauern weltweit. Wie aus der Milch-Studie des IFCN hervorgeht, folgte nach dem historischen Höhenflug der globalen Milchpreise im Jahr 2007 ein dramatischer Absturz auf unter USD 20,-/100 kg (umgerechnet EUR 13,60) zu Beginn dieses Jahres. Parallel dazu ergaben sich auch sprunghafte Anstiege bei den Futtermittelpreisen, die Anfang 2009 mit durchschnittlich USD 24,- je 100 kg erstmals über den Erzeugermilchpreisen lagen.

Höchste Produktionskosten in Westeuropa
Das Institut hat auch die Kosten der Milchproduktion erfasst und dabei 147 typische Betriebe in 46 Ländern untersucht (Basis: Jahr 2008). Im Schnitt wurden die höchsten Produktionskosten mit über USD 60,- je 100 kg Milch in Westeuropa und die niedrigsten in Afrika (etwa USD 14,-) erhoben. Asien und Ozeanien (das am Weltmarkt als führender Exporteur gilt) liegen zwischen USD 28,- und 37,- je 100 kg. Den Berechnungen zufolge konnten bei den zu Jahresanfang 2009 herrschenden tiefen Erzeugerpreisen weltweit nur 2% der Milch kostendeckend erzeugt werden. (Der gesamte "Dairy Report 2009 " wird Mitte Oktober von IFCN veröffentlicht.)

Weltmilchgipfel: Preisanstieg wird noch Zeit kosten
Trotz der aktuellen Krise und der enormen Herausforderungen für den deutschen, europäischen und weltweiten Milchmarkt ist auf längere Sicht mit einer günstigen Entwicklung zu rechnen. In dieser Überzeugung stimmten die Präsidenten Richard Doyle vom Internationalen Milchwirtschaftsverband (IDF) und Udo Folgart vom Verband der Deutschen Milchwirtschaft (VDM) am Montag beim Weltmilchgipfel in Berlin überein. Eine so erfreuliche Marktlage wie in den Jahren 2007/08 werde jedoch nicht mehr so bald zu erreichen sein: "Der Preisanstieg wird Zeit kosten ", betonte Doyle. Folgart wies zudem auf die Ablehnung von Maßnahmen zur Absatzbelebung durch den EU-Agrarrat am 07.09. in Brüssel hin: Die starre Haltung der Kommission zeige, dass sich die EU-Agrarpolitik zunehmend aus der Gestaltung der Märkte für Milchprodukte zurückziehe. "Daher gibt es auch am Auslaufen der Quotenregelung 2015 keinen Zweifel ", schlussfolgerte der VDM-Präsident. (aiz)


Aktualisiert am: 25.09.2009 07:36
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