Welchen Weg gehen die Schweizer Milchbauern?

Die FAT hat typische Schweizer Betriebe analysiert und ihre Zukunftsaussichten bis 2013 genauer analysiert. Folgend ein Auszug aus den Ergebnissen.
Gemischtwirtschaftliche Betriebe stehen vor der Wahl: Spezialisierung auf Milch, Aufgeben oder Aufbau eines Nebenerwerbs?
Gemischtwirtschaftliche Betriebe stehen vor der Wahl: Spezialisierung auf Milch, Aufgeben oder Aufbau eines Nebenerwerbs?
Die Simulationsberechnungen von drei typisierten Betrieben lassen folgende Schlussfolgerungen zu:
- Durchschnittliche Milchviehbetriebe mit Anbindestall und 20 Kühen geraten in einigen Jahren unter einen hohen Anpassungsdruck. Das Landwirtschaftliche Einkommen würde unter den gegenwärtigen Kostenstrukturen beim kombinierten Verkehrsmilch/Ackerbau-Betrieb in der Talregion um 25 %, beim Verkehrsmilchbetrieb in der Hügelregion um 14 % absinken.
- Spezialisierte Milchviehbetriebe, die bereits in den 90er Jahren investiert und die Produktionstechnik optimiert haben, dürften weniger Einbußen erleiden.
- In der Talregion macht eine Investition in weniger als 50 Kuhplätze nur Sinn, wenn parallel dazu auch das Produktionssystem konsequent optimiert wird.
- Dort, wo die Bedingungen es zulassen, ist eine Vereinfachung der Produktionstechnik im Bereich Futterkonservierung (Weidemaximierung) und Herdenmanagement (Beispiel Natursprung) nicht nur einfacher und rascher umzusetzen, sondern auch ökonomisch erfolgreicher als eine Milchmaximierung mit massiven Milchleistungssteigerungen und ausgedehnter Futterkonservierung.
- Die Kooperationsstrategie in der Hügelregion zeigt, dass eine Tierhaltergemeinschaft mit einer Investition in 60 Stallplätze nicht nur als realistische, sondern aus ökonomischen Gesichtspunkten als sehr aussichtsreiche Strategie bezeichnet werden kann.
- Im Jahre 2013 am Ende der Simulationsperiode werden vor allem mit den Anpassungsstrategien deutlich tiefere Break Even-Werte erreicht. Das Ziel der Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit wird so erreicht.
- Für künftige Investitionen dürfte es äußerst schwierig sein, aus den laufenden Geschäften ohne Ausdehnung des Nebenerwerbs und drastische Senkungen der Direktkosten im Landwirtschaftsbetrieb genug Eigenkapital zusammenzubringen. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit die dadurch benötigte größere Summe an Fremdkapital überhaupt verfügbar ist.

Die FAT-Berichte sind im Volltext im Internet unter www.fat.ch abrufbar. Dieser Beitrag beruht auf dem Bericht 651: Entwicklungsoptionen typischer Milchproduktionsbetriebe unter AP 2011. Sie erreichen den Autor unter christian.gazzarin@fat.admin.ch.In der folgenden Ausgabe lesen Sie von Dr. Kirner, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft: Wie teuer wird Milch in Österreich produziert?

Autor: Dr. Rudolf HÖNLE, Graz


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Aktualisiert am: 23.05.2006 16:44
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