Welchen Nutzen bringt die Circovirus-Impfung

„Das Porcine Circovirus Typ 2 verursacht jährlich bis zu 900 Mio. € Schaden in der EU.“
Ciroviren überlisten das Immunsystem

Circoviren sind in Schweine haltenden Betrieben weit verbreitet und an der Entstehung vieler Krankheiten in der Mast wie in der Aufzucht beteiligt. Das Virus ist sehr widerstandsfähig gegen Hitze, verträgt extreme pH-Werte und lässt sich auch von vielen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln nicht wirksam eindämmen. Seine krankmachende Wirkung erreicht das Virus durch eine Schwächung des Immunsystems. Das Immunsystem wird mit einem Trick überlistet: Dazu schädigt das Virus die Zellen der Immunabwehr, die das Eindringen des PCV normalerweise an weitere Zellen der Immunabwehr weiterleiten würden. „Dadurch kann keine Information über das Eindringen von Circovirus oder anderen Erregern an die anderen Zellen des Immunsystems weitergegeben werden. Eine ausreichende Immunantwort bleibt aus, und die Krankheitserreger haben leichtes Spiel.“

Impfung gegen Circo-Virus

Neben einem strengen Hygienemanagement zählt die Impfung zur Methode der Wahl. Wie eine in Deutschland durchgeführte Feldstudie zeigte, kann die Muttertierimpfung die PCV-bedingten Verluste in Aufzucht und Mast senken. Auch von einem rückläufigen Medikamenteneinsatz sowie von einer verbesserten Futterverwertung und damit einhergehender kürzerer Mastdauer wird berichtet. Ebenfalls auf Fruchtbarkeit und Tiergesundheit soll sich die Impfung vorteilhaft auswirken. Bewährt hat sich bei starkem Infektionsdruck durch PCR 2 die kombinierte Impfung von Sau und Ferkeln. Bei gutem Hygienekonzept kann dann in geschlossenen Betrieben das Ziel angestrebt werden, nur noch die Sauen zu impfen.
(Quelle: deuka.de „Sie öffnen die Schlupflöcher“ von Zrinjka Bradaric in BLW 10/2010, S. 50 - 51)


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Aktualisiert am: 02.04.2010 09:16
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