Welche Weizensorte passt für meinen Betrieb?

Kategorien zum Thema: Ackerbau Getreide Top
Resistenzen, Standfestigkeit, Ertragspotenzial und vieles mehr – viele Faktoren beeinflussen den Ertrag. Die Daten dazu liefert die Sortenwertprüfung der AGES.
Originalsaatgut erfüllt hinsichtlich Gesundheit und Keimfähigkeit bestimmte Normen. Foto: Oberforster
Originalsaatgut erfüllt hinsichtlich Gesundheit und Keimfähigkeit bestimmte Normen. Foto: Oberforster
Ungünstiges Wetter hat dem Weizen heuer vielfach geschadet. In Ostösterreich, in Teilen des Alpenvorlandes sowie des Mühl- und Waldviertels war es zeitweilig zu trocken. Hingegen litten die Bestände im Südburgenland, in der Oststeiermark und in Kärnten im Mai und Juni unter zu viel Nässe. Nach Auskunft der Klimatologen müssen wir in Zukunft öfter mit derart extremen Witterungsverhältnissen rechnen. Die Weizenzüchter arbeiten bereits an möglichst robusten Sorten. Bei der Toleranz gegen Trockenstress ist mittelfristig jedoch nur wenig Fortschritt zu erwarten. Auf eine anhaltende Wasserknappheit antworten die Pflanzen mit tiefer reichenden Wurzeln, einer dickeren Wachsschicht auf den grünen Pflanzenteilen, dem Einrollen der Blätter, einer eingeschränkten Verdunstung und der teilweisen Rückbildung von Ertragsorganen. Sie sind bestrebt, ihre Lebensfunktionen möglichst lange aufrecht zu erhalten. Eine angewandte Zuchtstrategie ist die Selektion früh blühender Weizen mit zeitig beginnendem Kornwachstum. Solchen Sorten wird eine Junitrockenheit weniger anhaben können.

Die Saat als Basis
Das ausgedehnte Saatzeitfenster des Winterweizens sollte man nicht übermäßig ausreizen. Auf mittleren und geringeren Böden Ostösterreichs ist es günstig, wenn die Pflanzen im Herbst noch vier Blätter ausbilden oder zu bestocken beginnen. Derart entwickelte Bestände durchwurzeln den Boden intensiver und sind für eine Frühjahrstrockenheit besser gerüstet. Im Pannonikum sind Frühsaaten bei warmer Herbstwitterung durch Fritfliegenbefall, Erkrankungen der Halmbasis und Virosen allerdings riskant. In solchen Fällen ist ein Hinauszögern des Anbaus in die zweite oder dritte Oktoberwoche ratsam. Im Alpenvorland sowie dem Mühl- und Waldviertel hingegen funktioniert die zeitige Weizensaat besser als im Osten. In diesem Jahr zeigten die Weizenbestände mehr Braun- und Gelbrost als 2017. Offensichtlich gab es eine Verschiebung bei den Rassen und Pathotypen, wodurch die Resistenzgene mancher Sorten nur eingeschränkt wirkten. Ein überraschend starker Gelbrostbefall trat bei der Sorte Beryll auf. Von Braunrost waren Advokat, Bernstein, Richard, Siegfried und Tiberius mehr infiziert als es die bisherige Einstufung erwarten ließ. Hingegen präsentierten sich Activus und Arnold etwas gesünder.

Von Michael Oberforster

Mehr zu den Weizensorten und den Ergebnissen der Sortenwertprüfung lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 18/2018.
Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 18/2018 (solange der Vorrat reicht)

Aktualisiert am: 07.09.2018 10:13