Weizenpreise durch Auswinterung und Trockenheit weltweit beflügelt

Die Weizenpreise sind durch vermehrte Auswinterung und Trockenheit gestiegen. Eiweißfuttermittel werden in Österreich wegen einer Blockierung der Donau verzögert.
Starke Auswinterung macht einen erneuten Anbau vieler Felder weltweit nötig.
Starke Auswinterung macht einen erneuten Anbau vieler Felder weltweit nötig.
Nach einer Woche steter leichter Preiskorrekturen nach unten begannen ab Donnerstag die Weizennotierungen an den Warenterminbörsen in Paris (Euronext) und Chicago (CBOT) auch den bis dahin schwächelnden Mais wieder in die Höhe zu ziehen. Dem Weizen halfen immer höher eingeschätzte Auswinterungsverluste und anhaltende Trockenheit in Europa sowie starke Importnachfrage am Weltmarkt auf die Beine. Lediglich der Sojakomplex an der CBOT und Raps an der Euronext setzen ihr Schwächeln fort.

Österreichischer Kassamarkt
In den österreichischen Kassamarkt brachte in der abgelaufenen Woche ein sich anbahnender, zumindest temporärer Engpass bei Eiweißfuttermitteln frischen Schwung. Dieser erfasste nicht nur die Nachfrage und die Preise von Sojaschrotimporten, sondern als deren Substitut in den Mischfutterrezepturen auch alle Arten von Futtergetreide bis hin zum Brotweizen. Denn, wie es am Markt heißt, würden heimische Mischfutterwerke - übrigens ebenso wie auch deutsche - zurzeit sogar schon Brotweizen - in Österreich Mahlweizen und in Deutschland nach B- nun gerüchteweise sogar auch schon A-Weizen - aufkaufen und in ihre Rezepturen mischen.
Wie es in der Branche heißt, würden im April dreiwöchige Schleusensperren an der Donau in Richtung Rhein sowie von einigen deutschen Ölmühlen angekündigte, auf den Juni vorgezogene und länger als üblich dauernde Revisionsarbeiten in der kommenden Zeit eine Verknappung der Zufuhr von proteinhältigen Futtermitteln nach Österreich erwarten lassen. Ähnliches trifft auch auf Deutschland zu. Der heimische Markt reagierte darauf schon nicht nur mit dem Anziehen der Preise für Sojaschrot, sondern auch mit steigender Nachfrage nach Futtergetreide als Substitut.

Weltweite Preislage
Kahlfröste ziehen nach dem abgelaufenen Winter in Europa von Frankreich bis zur Ukraine und auch Russland umfangreiche Auswinterungsverluste an den Winterkulturen Raps, Weizen und Gerste nach sich. Lediglich der Roggen erweist sich als unempfindlicher gegen extrem tiefe Temperaturen. Zu stark geschädigte Flächen müssen die Landwirte im Frühjahr nochmals bestellen. Dafür kommen als Früchte hauptsächlich Mais, Sonnenblumen oder auch Sommergerste in Frage.


Aktualisiert am: 29.03.2012 14:21
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