Weizen auf Qualität düngen

Wer Weizen mit hoher Qualität ernten will, braucht eine trockene Witterung vor der Ernte und den richtigen Riecher bei der Spätdüngung.
Für die Vermarktung als Qualitätsweizen müssen der Proteinwert, die Fallzahl und das Hektolitergewicht passen.
Für die Vermarktung als Qualitätsweizen müssen der Proteinwert, die Fallzahl und das Hektolitergewicht passen.
Die Höhe und der Zeitpunkt der Spätdüngung haben einen wesentlichen Einfluss auf den Proteingehalt des Weizens. Aber auch das Hektolitergewicht, der Sedimentationswert und die Fallzahl werden durch die Spätdüngung beeinflusst, wenngleich auch die Vorfrucht, die Weizensorte und Mutter Natur ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Durch Niederschläge vor der Ernte etwa geht das Hektolitergewicht
zurück. Da wir Witterungsverläufe und Klimabedingungen nicht beeinflussen können und die Weizensorte bereits vor sieben Monaten ausgewählt worden ist, können wir jetzt im Mai nur mehr die Düngung beeinflussen.

Schossdüngung
Während die Startdüngung im Frühjahr der Regeneration der Bestände dient, bestimmt die Schossdüngung die Anzahl der ertragswirksamen Halme pro Quadratmeter. Bei zu dichten Beständen wird erst zum 2-Knoten-Stadium (EC 32) gedüngt, was zu einer Triebreduktion führt. Schwache Bestände hingegen werden bereits zum Ende der Bestockung (EC 29/30) nachgedüngt, um keine Triebe zu verlieren. Steht ab diesem Zeitpunkt genügend Stickstoff zur Verfügung, so beeinflusst das die Kornzahl pro Ähren positiv. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass die Bestände nicht zu dicht werden.

Spätdüngung
Die Spätdüngung hat nur mehr einen geringen Einfluss auf den Ertrag. Sie dient vorwiegend der Proteinbildung im Korn. Alleine zwischen Kornfüllung und Reife werden 50 % des gesamten Stickstoffbedarfs von der Pflanze aufgenommen. Dieser Bedarf wird zu einem Teil über das Nachlieferungspotenzial des mittlerweile erwärmten Bodens gedeckt. Der restliche Stickstoff wird über die Spätdüngung verabreicht.

Düngungszeitpunkt
Das Fahnenblattstadium (EC 37) ist der früheste Zeitpunkt für die Spätdüngung. Zu diesem Zeitpunkt wirkt sich die Stickstoffgabe noch eher auf das Tausendkorngewicht und somit auf den Ertrag aus. Der Einfluss auf den Rohproteinwert ist zu einem späteren Zeitpunkt höher. Für Qualitätsweizen ist daher eine Spätdüngung zu Beginn des Ährenschiebens (EC 49/51) zu empfehlen.

Düngungsmenge
Grundsätzlich gilt: Je höher der Ertrag, desto höher die Spätdüngung. 8–12 kg N/t Ertrag sind ein Richtwert. Die obere Grenze dieser Bandbreite ist nötig, wenn bei geringem Ertrag Rohproteinwerte
von über 14 % angestrebt werden.

Autor: Roman GOLDBERGER

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2013 von Der fortschrittliche Landwirt.

Aktualisiert am: 22.04.2013 10:38
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