Weizen: Mit der Qualitätsgabe die Proteinwerte absichern

Eine entsprechende Stickstoffgabe beeinflusst bei Weizen das preisbildende Qualitätsmerkmal Rohprotein wesentlich.
Als Faustregel gilt: Je Tonne Ertragserwartung sind 10 kg N je Hektar erforderlich um zumindest 14 % Rohprotein zu erreichen.
Als Faustregel gilt: Je Tonne Ertragserwartung sind 10 kg N je Hektar erforderlich um zumindest 14 % Rohprotein zu erreichen.
Neben Hektolitergewicht, Fallzahl und Sedimentationswert zählt der Rohproteingehalt von Weizen zu den wichtigsten Parametern bei der Qualitätseinstufung. Während bei der Produktion von Futterweizen und Ethanolweizen die Stickstoffdüngung vorwiegend auf Ertrag ausgerichtet ist, kommt der Produzent von Mahl- und Qualitäts- bzw. Premiumweizen an entsprechend hohen Rohproteingehalten (Übersicht 1) nicht vorbei, denn nach wie vor beeinflusst der Qualitätsparameter Rohprotein den erzielbaren Verkaufserlös ganz wesentlich.

Spätdüngung rechtzeitig ausbringen
Die Empfehlungen zum Zeitpunkt der Qualitätsdüngung reichen ab Erscheinen des Fahnenblattes (Entwicklungsstadium 37) bis zur Mitte des Ährenschiebens (Entwicklungsstadium 55). Insbesondere im Trockengebiet ist die Qualitätsgabe rechtzeitig auszubringen, damit trotz deutlich schnellerer Abreife als im Feuchtgebiet ausreichend Zeit für eine optimale Stickstoffverwertung gegeben ist. Zudem hat eine frühe Spätdüngung neben der Erhöhung des Proteingehalts auch noch den Effekt der Erhöhung der Ertragskomponente Tausendkorngewicht, wenn in der Kornfüllungsphase ausreichend Wasser vorhanden ist. Knapp versorgte Weizenbestände sind ebenfalls bereits vor dem Grannenspitzen mit der Qualitätsgabe zu versorgen.
Von der gesamten Stickstoffmenge im Weizenkorn werden etwa 85 % bereits vor der Blüte durch die Pflanze aufgenommen, etwa 15 % ab Beginn der Blüte. Die überwiegende Menge an Korn-Stickstoff kommt somit aus der Umverlagerung in der Pflanze und nicht aus der N-Aufnahme in der Kornfüllungsphase.

Flüssigdüngung mit Harnstoff
Zur flüssigen Ährendüngung eignet sich am besten Harnstoff, weil der darin enthaltene Amid-Stickstoff sofort in die Aminosäuren des Eiweißes eingebaut werden kann. Die Stickstoffmenge, die ein Weizenbestand auf diese Weise mit einer Spritzmaßnahme aufnehmen und auch einbauen kann, liegt bei etwa 10 kg N je Hektar. Manche Fachpublikationen weisen auch N-Mengen von bis zu 15 kg aus. Jedenfalls kann auf diese Art allein der Stickstoffbedarf nicht sichergestellt werden, er muss über den Boden erfolgen. Unterstützend wirkt die Flüssigdüngung aber auch nur, wenn sie nicht zu spät erfolgt. Nur bis etwa zwei Wochen nach der Blüte kann durch eine Flüssigdüngung auf Fahnenblatt und Ähre der Proteingehalt erhöht werden. Bei einer späteren Anwendung wird der Stickstoff nicht mehr zur Gänze in das Korneiweiß eingebaut.

Autor: DI Josef SPRINGER, LK Niederösterreich


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Aktualisiert am: 21.04.2010 17:12
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