Weizen Düngungsversuche: Was braucht unser Weizen?

Althergebrachte Düngungsstrategien sind nicht immer der Weisheit letzter Schluss, sie dürfen ruhig überdacht werden. In den Wintermonaten ist Zeit dazu, mehrjährige Düngungsversuche können dafür hilfreich sein.
Vor der Weizendüngung sollte man sich mit verschiedenen Versuchsergebnissen befassen.
Vor der Weizendüngung sollte man sich mit verschiedenen Versuchsergebnissen befassen.
Die Versuchsanlage erfolgte 2011 als Exaktversuch mit vier Wiederholungen quer zur Pflugfurche. Der Schlag war eine Rendzina mit zirka 25 cm Ah Horizont und zirka 48 Bodenpunkten. Als Mahlweizensorte wurde die Sorte Esket verwendet, Vorfrucht war Körnermais. Gesät wurde am 19. Oktober 2010 nach einer Pflugfurche. Alle sonstigen pflanzenbaulichen Maßnahmen wurden bei allen Parzellen einheitlich durchgeführt. Die Kontrolle wurde als ungedüngte Variante 1 angelegt. Bei den Varianten 2 und 3 wurde die Schossdüngung ausgelassen und dafür die Startdüngung erhöht. Das Stickstoffniveau lag bei 150 kg Stickstoff. Untersucht wurde hier die Wirksamkeit des stabilisierten Stickstoffs. Bei dem Dünger Entec wird die Umwandlung in Nitratstickstoff gebremst und darum die Wirksamkeit verlangsamt. In Variante 4 wurde das gleiche Stickstoffniveau auf drei Teilgaben aufgeteilt. Variante 5 wurde nach Vorgaben des Hydro N-Testers gedüngt. Das Messgerät empfahl sowohl bei der 2. als auch 3. Gabe jeweils 60 kg N, die auch mit 230 bzw. 250 kg NAC je Hektar gedüngt wurden. Die letzte Variante „Qualitätsweizen“ wurde mit einer hohen Spätdüngungsgabe zur Qualitätsverbesserung gedüngt. Geerntet wurde am 2. August 2011 mittels Parzellenmähdrescher.

Optimale Bedingungen
Der Weizenbestand 2011 entwickelte sich gut. Die trockenen Verhältnisse mit fallweisem Regen, wie zum Beispiel Anfang Mai, taten das ihre. Die Wurzeln wurden zur Wassersuche stark gefordert. Der Boden mineralisierte aufgrund der hohen Temperaturen intensiv. Ohne Düngung wurden 6.800 kg Weizen mit natürlich nur 9,9 % Rohprotein erzielt. Im Jahr 2010 konnten lediglich 4.000 kg Weizen in der ungedüngten Variante (Schlag mit etwa 62 Bodenpunkten) geerntet werden. 2009 waren es auf einem vergleichbaren Nachbarschlag mit ebenfalls etwa 45 Bodenpunkten lediglich 2.500 kg/ha in der Kontrolle. Die hohen Erträge in den gedüngten Varianten (über 10.000 kg/ha) sind allerdings auf den Jahreseffekt zurückzuführen. In Relation gesehen war die Ertragssteigerung in den Jahren 2009 und 2010 etwa gleich bzw. der Abstand zur ungedüngten Varianten sehr ähnlich.

Autor: Dipl.-HLFL-Ing. Franz KASTENHUBER, Agrarbildungszentrum Lambach

Den gesamten Artikel mit den Versuchsergebnissen können Sie in der Ausgabe 3 unserer Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt" nachlesen.


Aktualisiert am: 23.01.2012 13:09
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