Weizen- und Rapsanbau Anbauvergleiche DLG Feldtage

19 Pflanzenbauexperten aus acht Ländern stehen bei den DLG-Feldtagen 2012 im Wettbewerb. Landwirte können sich aus erster Hand über den neuesten Wissensstand informieren.
Die Anbauvergleiche während der DLG Feldtage haben Tradition.
Die Anbauvergleiche während der DLG Feldtage haben Tradition.
Die Tradition der DLG-Anbauvergleiche ist so alt wie die DLG-Feldtage selbst. Von Beginn an im Jahr 1988 auf Gut Schwarzenraben in Lippstadt (Nordrhein-Westfalen) fasziniert der Vergleich der europäischen Winterweizen-Anbauverfahren die Besucher. Im Jahr 2002 kam der europäische Winterrapsvergleich dazu. Mit beiden Vergleichen erhalten die Besucher der DLG-Feldtage die einzigartige Gelegenheit, unterschiedlichste Anbauphilosophien aus ganz Deutschland und aus dem benachbarten Ausland kennenzulernen, diese mit den Experten direkt am Pflanzenbestand zu diskutieren und Schlussfolgerungen für den eigenen Raps- und Weizenanbau abzuleiten. In diesem Jahr beteiligen sich 19 Pflanzenbauexperten aus acht Ländern. Die internationalen Anbauvergleiche befinden sich im Versuchsfeld der DLG-Feldtage 2012 auf den Ständen J 11 (Winterweizenvergleich) und H 11 (Winterrapsvergleich). Sie werden von der Vereinigten Hagelversicherung VVAG (Weizen) und von der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V. (Raps) unterstützt.

Demonstrationsparzellen und Exaktversuche
Neben dem wichtigsten Ziel, die Vielfalt der in Europa praktizierten Verfahren darzustellen, erfährt die Tatsache, dass die Teilnehmer der Vergleiche untereinander im Wettbewerb stehen, besondere Aufmerksamkeit. Die Anbauverfahren werden nicht nur als Demonstrationsparzellen während der DLG-Feldtage beispielhaft dargestellt. Alle Verfahren müssen sich bis zur Ernte in einem exakten Feldversuch bewähren. Mit der Kornernte werden Ertrag und Kornqualität, die den Verkaufspreis bestimmen, ermittelt. Den daraus errechneten Erlösen werden die Verfahrenskosten gegenübergestellt und die direktkostenfreie Leistung der Verfahren ermittelt. Damit ist für die Besucher überprüfbar, wie gut die Teilnehmer mit den Bedingungen des Standortes zurechtgekommen sind, und wie sie die vorab kommunizierte Zielstellung (Qualitäts- und Ertragsziele) erreicht haben.

Neu: Wahl der Sätechnik (Raps) und des Aussaattermins (Weizen)
Seit August 2011 befassen sich die Teilnehmer der diesjährigen Saison mit den Standort-bedingungen auf dem Gelände des Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrums in Bernburg-Strenzfeld, um die für eine optimale Ertragsbildung richtigen Entscheidungen zu treffen. In diesem Jahr kamen zwei Neuerungen hinzu. Waren bisher neben der Bodenvorbereitung auch der Saattermin und die Sätechnik aus technischen Gründen einheitlich, so hatten die Rapsanbauer erstmals die Möglichkeit, zwischen Einzelkorn- und üblicher Drillsaat zu wählen. Fünf der acht Teilnehmer haben sich für die Einzelkornsaat entschieden. Im Weizenanbauvergleich war eine um zehn Tage verfrühte Aussaat möglich. Hiervon haben sechs der elf Teilnehmer Gebrauch gemacht in der Hoffnung, mit einer früheren Saatzeit das Ertragspotenzial ihrer Sorten besser auszuschöpfen. Die gewählten Strategien können die Besucher mit den jeweiligen Experten vor Ort erörtern.

Anbauvergleiche DLG Feldtage
Die übrigen Entscheidungen treffen die Teilnehmer individuell (Sorte, Saatmenge sowie alle Maßnahmen der Bestandesführung ihrer Varianten). Die notwendigen aktuellen Informationen zum Pflanzenbestand erhalten sie von den Versuchsfeldtechnikern der DLG. Informationen zum Wetter bringt der Onlinezugriff auf die Daten einer automatischen Wetterstation vor Ort, und in der Phase der intensiven Bestandesführung kann auf Empfehlungen bewährter Prognosemodelle zurückgegriffen werden. Die Ausführung der Arbeiten und deren korrekte Dokumentation liegen in den Händen der DLG-Versuchstechniker.
Die gründliche Dokumentation aller Maßnahmen ist ein wichtiger Arbeitsschritt. Hieraus werden die Daten für die Auswertung und Beurteilung der Verfahren gesammelt, die in einer elektronischen Schlagkarte (AGRO-NET NG von CLAAS Agrosystems) gespeichert sind. Die Informationen stehen den Besuchern auf den DLG-Feldtagen an den Ständen der Teilnehmer der Anbauvergleiche als Parzellenbeschriftung und als kostenlose Broschüre zur Verfügung.
Den Abschluss der Versuchsdurchführung bildet die betriebswirtschaftliche Auswertung. Sie basiert auf einem Preis- und Kostengerüst, das die Bedingungen der Anbauregion widerspiegelt. Die Offenlegung dieser Stammdaten ermöglicht den Besuchern einen Vergleich mit dem eigenen Betrieb. Beurteilt werden der Ertrag und die direktkostenfreie Leistung. Die Beurteilung einzelner Maßnahmen ist aufgrund der unterschiedlichen Wechselwirkungen einzelner Faktoren und Umweltbedingungen nicht möglich und auch nicht das Ziel dieser Vergleiche. Für die fachgerechte Versuchsdurchführung und die biometrische Auswertung stehen den DLG-Mitarbeitern Prof. Dr. Bernd Honermeier von der Universität Gießen und Dr. Andreas Büchse von der BASF SE Limburgerhof zur Seite.

Die Teilnehmer am Winterweizenanbau-Vergleich 2012:


  • Kathleen Brehmer, Institut für Bodenkultur, Schackenthal
  • Dr. Lothar Boese, Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Bern-burg-Strenzfeld
  • Dr. Wilhelm Bosse, Hanse Agrarforschung e.V., Gettorf
  • Stefan Gille, Hochschule Anhalt (FH), Bernburg
  • Markus Hochstrasser, Strickhof Beratungsdienst, Schweiz
  • Prof. Ing. Jan Kren, Institut für landwirtschaftliche Forschung, Tschechische Republik
  • Sergey Levsthanov, Krasnodarer Forschungsinstitut für Landwirtschaft “P.P. Luk-janenko“, Russland
  • Yves Messmer, ARVALIS - Institut du Végétal, Frankreich Ewa Strzeszewska, Mazowiecki Ośrodek Doradztwa Rolniczego Poświętne w Plońsku, Polen
  • Troels Toft, Patriotisk Selskab, Dänemark
  • Nils Yngveson, HIR Malmöhus, Schweden


Die Teilnehmer am Rapsanbau-Vergleich 2012:


  • Dr. Joachim Bischoff, Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, Bernburg-Strenzfeld
  • Kathleen Brehmer, Institut für Bodenkultur und Pflanzenbau e.V., Schackenthal
  • Detlev Dölger, Hanse Agrarforschung e.V., Gettorf Stefan Gille, Hochschule Anhalt (FH), Bernburg
  • Dr. Petr Baranyk, SPZO, Tschechische Republik Hubert Hébinger, CETIOM, Frankreich
  • Gunnar Henningsson, Svensk Raps AB, Schweden
  • Janusz Sychowicz, Mazowiecki Ośrodek Doradztwa Rolniczego Poświętne w Plońsku, Polen


Die DLG-Feldtage finden vom 19. bis 21. Juni 2012 statt. Sie werden von der DLG in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt und der AGRAVIS Raiffeisen AG sowie mit den Fachpartnern Vereinigte Hagelver-sicherung VVaG, Union zur Förderung der Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und Deutsche Kreditbank AG (DKB) durchgeführt.


Aktualisiert am: 05.06.2012 10:43
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