Weitere Zusammenschlüsse im deutschen Molkereibereich absehbar

Die Zahl der Molkereien hat in den letzten Jahren in Deutschland stetig abgenommen. Der Geschäftsführer des Deutschen Milchkontors, Josef Schwaiger, prognostiziert weitere notwendige Zusammenschlüsse von Molkereien in den kommenden Jahren.
1990 gab es noch 360 Verarbeitungsbetriebe, im Jahr 2009 waren es noch 99 Unternehmen mit 212 Betriebsstätten.
1990 gab es noch 360 Verarbeitungsbetriebe, im Jahr 2009 waren es noch 99 Unternehmen mit 212 Betriebsstätten.
Viele deutsche Molkereien werden sich in den kommenden Jahren zusammenschließen müssen, davon ist Josef Schwaiger, Geschäftsführer des Deutschen Milchkontors (größtes Molkereiunternehmen der BRD) überzeugt. Aktuell gebe es gut 80 Molkereien im Land, erklärte Schwaiger gegenüber der "Welt", und das seien "eindeutig zu viele". Schon mittelfristig werde es weitere Riesen-Molkereien geben. "Die Bauern werden fortschrittlicher und verlieren ihre lange Zeit vorhandene Angst vor neuen, größeren Strukturen", meinte Schwaiger. So ließe sich ein "Gegengewicht zum Handel aufbauen", in dem beide Seiten gleich stark über den Milchpreis verhandeln könnten.

Fusion von Humana und Nordmilch
Der aus der Fusion von Humana Milchindustrie GmbH und Nordmilch GmbH hervorgegangene Molkereiriese "Deutsches Milchkontor GmbH" hat Anfang Mai 2011 seine operative Tätigkeit aufgenommen. Hinter dem Unternehmen stehen rund 11.000 aktive Milcherzeuger mit einer Liefermenge von 6,8 Mrd. kg (zum Vergleich: die gesamte österreichische Anlieferung beträgt rund 2,8 Mrd. kg). Die übernommene Rohmilch wird an 24 Standorten mithilfe von mehr als 5.500 Mitarbeitern unter anderem zu Produkten wie Milch, Joghurt und Topfen, Käse, milchbasierten Inhaltsstoffen für die Lebensmittelindustrie sowie Babynahrung, Eiscreme und Gesundheitsprodukten verarbeitet. Mit rund 4 Mrd. Euro Umsatz gehört das Unternehmen auch europaweit zu den Top Ten der Milchindustrie.

Konzentrationsprozess bei Milchverarbeitern schreitet voran
Schwaiger (der gebürtige Österreicher war früher Geschäftsführer der Berglandmilch) will sein Unternehmen weiter vergrößern und im Ausland expandieren. Neben Übernahmen in Deutschland und Europa stünden Asien, Nordafrika und der Nahe Osten auf seiner Liste, sagte er zur "Welt". In Kürze eröffnet die Molkerei eine Niederlassung in China. Weltweit liegt das Deutsche Milchkontor auf Platz 13 - nach Konzernen wie Nestlé, Danone, Lactalis aus Frankreich oder FrieslandCampina aus den Niederlanden.
In Deutschland hat die Zahl der Molkereien in den vergangenen Jahren schon stetig abgenommen: 1990 gab es noch 360 Verarbeitungsbetriebe, im Jahr 2009 waren es noch 99 Unternehmen mit 212 Betriebsstätten, die täglich im Schnitt 77.000 t Rohmilch übernahmen.

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Aktualisiert am: 22.08.2011 14:35
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