Weidenhäuser bauen

Weiden sind ein perfektes Bau-Material: natürlich, lebendig, biegsam und umweltfreundlich. Wir zeigen Ihnen wie Sie daraus einen Rückzugsort bauen können.
So sieht ein Weidenhaus nach drei Jahren aus. Neue, biegsame Triebe müssen laufend eingeflochten werden.
So sieht ein Weidenhaus nach drei Jahren aus. Neue, biegsame Triebe müssen laufend eingeflochten werden.
Weiden wachsen bei uns in großer Artenvielfalt. Am besten geeignet sind strauchförmig wachsende Weiden mit länglichen, schmalen Blättern wie Purpurweide (Salix purpurea) oder Korbweide (Salix vimenalis). Für ein Weidenhaus brauchen Sie einjährige und zweijährige Ruten für Flechtarbeiten und um das Haus auch in Bodennähe blickdicht zu bekommen. Schneiden Sie gerade gewachsene Ruten mit möglichst wenigen Verzweigungen ab. Sie brauchen drei bis vier Meter lange stärkere Weidenruten als Grundgerüst sowie für die Stabilität des Weidenhauses. Sortieren Sie die geschnittenen Ruten nach der Länge und entfernen Sie störende Seitenäste von den älteren Ruten. Der beste Zeitpunkt zum Bau ist im zeitigen Frühjahr, noch bevor die Weiden austreiben.

Weiden treiben rasch aus
Wenn die Weidenruten frisch geschnitten und dann sofort gesteckt werden, ist die Chance auf einen raschen Austrieb sehr groß. Falls Sie nach dem Schnitt der Weidenruten nicht direkt mit dem Bau beginnen können, sollten Sie die Ruten feucht, dunkel und kühl lagern damit diese weder vertrocknen noch austreiben. Es ist auch möglich im Oktober oder November zu bauen, wenn die meisten Blätter schon abgefallen sind und der Boden noch nicht gefroren ist. Am besten gedeihen Weiden auf sonnigen, feuchten Plätzen. Das Wurzelwerk von Weiden ist sehr kräftig. Sie können andere Pflanzen leicht verdrängen und Wege beschädigen. Halten Sie daher genügend Abstand zu Beeten und Bauwerken.

Das Weidenhaus bauen
Der Grundriss wird markiert und kann natürlich eine beliebige Form haben. Am häufigsten sieht man runde Weidenhäuser weil sich dabei das Dach am einfachsten ausformen lässt. Um einen schönen Kreis zu ziehen, stecken Sie in die Mitte des geplanten Weidenhäuschens einen Stock, auf dem eine Schnur in der Länge des gewünschten Radius befestigt ist. Mit dieser gespannten Schnur umkreisen Sie nun den Mittelpunkt und markieren den Rand des Zeltes mit Sand, Kalk, Spray, kleinen Steinen oder was immer Sie zur Verfügung haben. Dieser Umkreis wird dann durchgehend ca. 30 cm tief ausgehoben, die Grasnarbe ganz entfernt und die Erde zum späteren Wiederbefüllen gut gelockert. Alle 20–30 cm schlagen Sie mit einer Eisenstange zusätzlich ein Loch in den Boden des Pflanzgrabens, um dort die starken Hauptäste hineinzustecken. Zwischen die Äste – die dann auch das Dach formen und für Stabilität sorgen – stecke ich auch kürzere, dünnere Triebe,damit das Bauwerk auch unten dicht wird. Wichtig zu wissen: Wenn die gesteckten Ruten Wurzeln schlagen, dann treiben sie hauptsächlich im oberen Bereich aus. Ein dichtes Weidenhäuschen entsteht nur, wenn Ruten von unterschiedlicher Länge verwendet werden. Auch später ist es von Vorteil, wenn man auf unterschiedlichen Höhen neue Triebe zum Verflechten hat. Sind alle Weidenruten gesteckt, wird der Graben wieder vollständig befüllt, leicht festgetreten und gut gegossen. Nicht vergessen den Eingang zum Weidenhaus frei zu lassen.

An die Pflege denken
Ausgiebiges Wässern direkt nach dem Bau fördert das Anwurzeln. Der Pflanzgraben sollte in den ersten Monaten, bis die Weiden kräftig genug sind, unkrautfrei gehalten werden. Eine Mulchschicht hilft dabei! Nachwachsende Äste werden regelmäßig in das Bauwerk eingeflochten, so entsteht ein dichtes, stabiles Bauwerk. Bei zu starkem Wuchs können Sie auch Äste zurückschneiden. Das macht man am besten im Sommer, denn dann wachsen die Triebe nicht mehr oder nur mehr schwach nach. Kahle Stellen im Bauwerk kann man immer wieder im Frühjahr oder Herbst mit Steckhölzern nachpflanzen. Dafür reichen fingerstarke Aststücke, die 20 cm in den Boden gesteckt werden, wobei hier nur ein bis zwei Augen über der Erde liegen und austreiben.

Autorin: Susanne Pammer, Garten- und Landschaftsplanerin

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Aktualisiert am: 06.02.2015 09:26

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