Weidemann: Der Trick ohne Knick (Fahrbericht)

Auf der Welser Messe fand die Europapremiere einer neuen achsschenkelgelenkte Lader-Baureihe von Weidemann statt. Was diese neuen Lader auszeichnet und was sie von den knickgelenkten unterscheidet haben wir bei unserer ersten Fahrgelegenheit durchleuchtet.
Für viele Landwirte ist auch die Hubhöhe von Bedeutung. Dazu bietet Weidemann den 4080 neben der Standard-Radladerschwinge mit einer Telekopschwinge an.
Für viele Landwirte ist auch die Hubhöhe von Bedeutung. Dazu bietet Weidemann den 4080 neben der Standard-Radladerschwinge mit einer Telekopschwinge an.
Laderspezialist Weidemann ist seit Mitte 2005 innerhalb des Wacker Neuson-Konzerns die starke Marke für die Landwirtschaft. KramerAllrad ist die zweite Marke in dieser Gruppe, die auf Ladertechnik spezialisiert ist. So wie Weidemann in der Landwirtschaft hat sich KramerAllrad in der Bauwirtschaft einen guten Namen verschaffen. Wacker bündelt die Stärken beider Marken innerhalb der Firma und will so in Zukunft Synergien zwischen der Bauwirtschaft und Landwirtschaft nutzen. Der erste große Schritt wurde jetzt mit der neuen achsschenkelgelenkte Lader-Baureihe von Weidemann gemacht. Sie ist baugleich mit den Ladern von Kramer. Das Produktsortiment von Weidemann bestand bisher in erster Linie aus knickgelenkten Ladern. Mit dieser neuen Baureihe kann Weidemann den verschiedenen Anforderungen in der Landwirtschaft noch gezielter gerecht werden.

Hohe Standfestigkeit, gute Übersicht
Die neue „80er“-Serie von Weidemann hat ein völlig anderes Baukonzept als der bekannte Weidemann-Hoftrac. Der Stahlrahmen kann hohe Hubkräfte aufnehmen. Aufgrund der Achsschenkellenkung sind diese Fahrzeuge wesentlich standsicherer als vergleichbare Knicklenker. Mit diesen achsschenkelgelenkten Radladern lassen sich schwere Lasten auch im angehobenen Zustand manipulieren, ohne sich der Gefahr des Kippens auszusetzen. In unwegsamen Gelände ist man viel sicherer unterwegs als wie mit einem knickgelenktem Fahrzeug. Die hintere Achse ist als Pendelachse ausgeführt. Je nach Modell beträgt der Pendelwinkel 18° oder 22° an der Hinterachse. Die Allradlenkung, mit 40° Einschlagwinkel an der Vorder- und Hinterachse, verleiht ihnen eine hohe Wendigkeit, wenn gleich ein Knicklenker noch engere Radien zulässt.
Bei allem was Vorteile hat, gibt es auch Nachteile. Ein achsschenkelgelenktes Fahrzeug schert hinten aus. Beim Knicklenker folgt das Heck der Spur des Vorderwagens.
Die Übersichtlichkeit der neuen Weidemann-Lader ist ähnlich gut wie die eines Hoftrac. Sie ist um vieles besser als die von klassischen Teleskopladern. Die Ladeschwinge befindet sich vor der Kabine und der Motor hinter der Kabine. Das ermöglicht im Vergleich zum Teleskoplader nicht nur eine gute Sicht nach rechts hinten, sondern ermöglicht dem Fahrer bei der Exklusiv-Ausführung sogar einen beidseitiges Auf- und Absteigen.

Fazit
Mit der neuen „80er“-Serie hat Weidemann sein Produktprogramm um achsgelenkte Radlader erweitert. Acht Modelle mit einer Motorleistung von 31 bis 120 PS und einer Hubkraft bis 6.600 kg decken ein breites Einsatzspektrum ab. Das Stahlrahmenkonzept mit der Achsschenkellenkung an der Vorder- und Hinterachse verleiht diesen Fahrzeugen eine viel höhere Standfestigkeit als vergleichbaren Knicklenkern, wie zB der Hoftrac aus eigenem Hause. Im Vergleich zu einem Teleskoplader punkten diese neuen Lader vor allem mit der besseren Übersicht nach allen Seiten.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 23.09.2008 14:16
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