Weide Management für Milchkühe - Was kann und soll die Weide leisten?

Die Weidehaltung wirkt sich positiv auf den Bewegungsapparat aus und stärkt die Widerstandskraft. Zudem ist Weidefutter das kostengünstigste Grundfutter. Hohe tierische Leistungen erfordern jedoch ein optimales Weide- und Fütterungsmanagement.
Das Weideverhalten unterliegt einem tageszeitlichen Rhythmus.
Das Weideverhalten unterliegt einem tageszeitlichen Rhythmus.
Wiederkäuer, insbesondere Hochleistungstiere, fühlen sich bei sehr hohen Umgebungstemperaturen und direkter Sonnenbestrahlung nicht wohl. Die Umgebungstemperaturen beeinflussen daher auch das Weideverhalten entscheidend. An heißen Tagen geht die Weidefutteraufnahme in den Stunden mit der höchsten Temperatur (11 – 16 Uhr) deutlich zurück.
 Wenn die Tiere die Fressaktivität auf Grund des Weidemanagements verlagern können, wird in den Morgen- und Abendstunden vermehrt Futter aufgenommen.
 Wenn die Tiere nicht rechtzeitig in den Morgen- und Abendstunden auf die Weide kommen, dann geht die tägliche Weidefutteraufnahme an heißen Tagen deutlich zurück. Ein rechtzeitiger Weideaustrieb ist daher notwendig!

Bei Regenwetter kann die Futteraufnahme auf der Weide zurückgehen. Zusätzlich wird die Grasnarbe durch Trittbelastung deutlich geschädigt. In dieser Situation muss daher das Weidemanagement angepasst werden.
Auf keinen Fall soll die Ration kurzfristig umgestellt werden - das Grünfutter muss in der Ration bleiben. Wiederkäuer brauchen möglichst gleich bleibende Rationen.
Die Treibwege vom Stall zur Weide müssen so beschaffen sein, dass kein Verletzungsrisiko für die Klauen besteht. Besonders kritisch sind spitze Steine, die auf hartem Untergrund liegen und so leicht in die Klauen eingetreten werden können. Längere Wege müssen deshalb einen weichen Untergrund (Wiese) aufweisen.
Um eine zu hohe Parsitenbelastung zu vermeiden, müssen Feuchtstellen ausgezäunt werden.
In der Milchviehfütterung muss den Kühen immer bestes Grünlandfutter in möglichst gleich bleibender Qualität und ausreichender Menge angeboten werden. Bei Portionsweidehaltung muss daher eine mittlere Aufwuchshöhe von 20 bis maximal 35 cm angestrebt werden. Über 35 – 40 cm Aufwuchshöhe entspricht zumeist die Futterqualität nicht mehr den Anforderungen von Hochleistungstieren! Bei Kurzrasenweidehaltung sind deutlich niedrigere Aufwuchshöhen (8 - 14 cm je nach Pflanzenbestand und Jahreszeit) anzustreben. Bei diesen Weidesystemen muss nach der Beweidung noch eine Restaufwuchshöhe von zumindest 6 cm vorhanden sein. Bei Koppelweidehaltung sind deutlich höhere Restfuttermengen erforderlich – diese müssen auch durch einen Reinigungsschnitt nach jeder Weideperiode entfernt werden.
Der Weidegang entspricht dem natürlichen Verhalten der Wiederkäuer. Die freie Bewegung, die Aufnahme von schmackhaftem Weidefutter, die Einwirkung von Licht, Temperatur und die frische Luft fördern die Tiergesundheit. Weidefutter ist auch das preiswerteste Grundfutter. Dadurch trägt die Weide zur Kostensenkung während der Sommerfütterung bei. Mit einem optimalen Weidemanagement können in der Milchviehhaltung gute Leistungen erreicht werden. Besonderes Augenmerk muss dabei der Bestandesführung, dem Tierverhalten, der Auswahl des richtigen Weidesystems, der gleich bleibenden Futterqualität sowie einem konstanten Futterangebot geschenkt werden. Weiderationen erfordern aber auch eine angepasste Beifütterung.

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Aktualisiert am: 14.04.2003 17:46
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