Wasserversorgung in der Ferkelaufzucht

Wasser ist das wichtigste Futtermittel. Welche Auswirkungen eine zu geringe Durchlaufmenge am Tränker haben kann, zeigt ein Versuch der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.
Die Wasserversorgung von Schweinen sollte in allen Produktionsabschnitten ernstgenommen werden.
Die Wasserversorgung von Schweinen sollte in allen Produktionsabschnitten ernstgenommen werden.
Bei eingeschränkter und suboptimaler Wasserversorgung reduzieren Ferkel sehr schnell und nachhaltig die Futteraufnahme. Grund dafür kann sein:
  • zu wenig Durchflussmenge
  • zu wenig Tränkestellen
  • ungeeignete/falsch installierte Tränken
  • Wasser ist zu kalt
  • Wasser ist geschmacksbeeinträchtigt, verschmutzt oder verkeimt.


In der Praxis werden diese kleinen „Wasserprobleme“ oft nicht erkannt und somit jahrelang Leistungseinbußen in Kauf genommen. Deswegen wurde dieses „Randthema“ in der Ferkelaufzucht versuchsmäßig aufgegriffen, und zwar innerhalb eines engen Versorgungskorridors und nicht als leicht erkennbarer „Katastrophenfall“.

Es wurden zwei Durchgänge ausgewertet: Durchgang 1 (August/September 2011) –„Sommerbedingungen“: Während des 1. Durchganges konnten die Futterverzehrsmengen nicht korrekt aus der Fütterungsanlage herausgelesen werden. Jedoch war es in diesem Durchgang möglich, den Wasserverbrauch gesamt und pro Versuchsgruppe aufzuzeichnen. Durchgang 2 (Oktober/November 2011) – „Winterbedingungen“: Der 2. Durchgang im Oktober/November lief aus versuchstechnischer Sicht optimal, über die Ergebnisse wird nachfolgend berichtet.

Ergebnisse Aufzuchtleistung
Der beschriebene Aufzuchtversuch ging über 42 Tage (6 Wochen) und verlief relativ problemlos. Es wurde nur ein Tier aus der Gruppe II wegen „Wachstumsverweigerung“ aus der Auswertung genommen. Alle Tiere starteten mit dem gleichen Ausgangsgewicht (10,2 kg LM) in den Testlauf und kamen über 30 kg Verkaufsgewicht. Es wurden im Schnitt 526 g Tageszunahmen, ein Futteraufwand von knapp unter 1,7 kg und ein Energieaufwand von ca. 22 MJ ME je kg Zuwachs erreicht. Die eigentliche Futterverwertung lag bei guten 600 g Tageszunahmen pro 1 kg Futter bzw. die Energieverwertung bei 46 g Tageszunahmen pro 1 verbrauchtes MJ ME. Man bewegte sich also insgesamt auf einem sehr hohen Leistungsniveau.
Wenn dann bei relativ kleinen Veränderungen (weniger Nachlauf) an der „zusätzlichen“ Wasserversorgung über die Nippeltränken signifikante Unterschiede auftreten, sind sie ernstzunehmen. Schon der „leicht erschwerte“ Wassernachlauf (0,5 statt 1,0 l Nachlauf/min) in der Testgruppe führte zu 0,2 l (ca. 35 %) weniger Zusatzwasseraufnahme (-verbrauch) pro Ferkel und Tag und hatte negative Folgen für die Leistung.

Überprüfung der Funktionssicherheit von Ferkeltränken
Wichtig ist, dass alle Tränken mehrmals jährlich ausgelitert werden. Wenn sich Änderungen z.B. beim Wasseranschluss/-verbrauch/Tier besatz/Medikamenteneinsatz ergeben, sollte eine Überprüfung standardmäßig erfolgen. Auch neue Leitungen und neue Nippel sind nicht perfekt. Das Auslitern muss unter Volllast vorgenommen werden, also nach dem Fressen (inkl. zeitgleichem Hochdruckreinigereinsatz und evtl. zusätzlicher Wasserentnahme am selben Wasserstrang). Bei leeren Abteilen kann man den erhöhten Wasserverbrauch durch „Abklemmen“ der Hälfte der Tränken simulieren.

Autoren: Dr. Hermann LINDERMAYER, Dr. Wolfgang PREISSINGER und Günther PROPSTMEIER, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Grub (D)

Den gesamten Versuchsbericht inklusive Ergebnissen, Tabellen und weiteren Details können Sie in der Ausgabe 16/2012 nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.

Autor:
Aktualisiert am: 06.08.2012 07:24
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