Wasserversorgung: Würden Sie das Wasser Ihrer Schweine trinken?

Wasser ist der Nährstoff mit dem höchsten Anteil an der aufgenommenen Nahrung. Gleichzeitig wird kaum ein anderer Nährstoff hinsichtlich Qualität so nachlässig behandelt wie Wasser. Um diesem Aspekt Beachtung schenken zu können, müssen Qualitätsparameter und Aufbereitungsmethoden bekannt sein.
Für eine bakteriologische Untersuchung muss das Probengefäß steril sein, für eine physiochemische Untersuchung reicht ein Plastikgefäß.
Für eine bakteriologische Untersuchung muss das Probengefäß steril sein, für eine physiochemische Untersuchung reicht ein Plastikgefäß.
Die Aufgaben von Wasser im Körper sind vielschichtig und umfangreich. Wie bedeutsam der Nährstoff Nummer 1 ist, merkt man - wie so oft - erst dann, wenn er nicht in nötiger Quantität oder eben Qualität vorhanden ist. Bei grüppchenweisem Durchfall in der Ferkelaufzucht, einem vermehrten Auftreten von Umrauschern in der Zuchtsauen- oder ungeklärten Leistungseinbrüchen in der Mastschweinehaltung soll die Wasserqualität in die Ursachenforschung miteinbezogen werden. Auch der MMA Komplex konnte in der Praxis mit schlechter Wasserqualität in Kontakt gebracht werden. Letztendlich gilt: Wenn ein Problem trotz Diagnosestellung und Therapie mittelfristig einfach nicht "in den Griff zu kriegen" ist, erhärten sich die Verdachtsmomente gegenüber der Wasserqualität. In diesem Fall soll mit dem betreuenden Tierarzt über die Kontrolle der Wasserqualität gesprochen werden.

Wasserprobe
Die Untersuchung der Wasserqualität ist in zwei Analysen zu unterteilen. Während das Wasser zur bakteriologischen Analyse in ein steriles Gefäß gefüllt werden muss, reicht zur physiochemischen Untersuchung (Nitrat, Gesamthärte, Eisen-, Mangangehalt, Ammonium,…) ein Plastikgefäß. Beide Behältnisse sind über ein nach Trinkwasserverordnung akkreditiertes Untersuchungslabor erhältlich. Wo sich Ihr nächstgelegenes Labor befindet, können Sie am Gemeindeamt erfahren. Je nach Bundesland werden Wasseruntersuchungen zum Teil von der öffentlichen Hand gefördert. Bei der Art der Probenahme scheiden sich die Meinungen der Experten. Während das Wasser nach offizieller Empfehlung vor der Probenahme etwa zwei Minuten laufen soll, raten andere Experten zur direkten Probenahme ohne Vorlauf. Durch diese unmittelbare Entnahme werde die Situation simuliert, mit der das saufende Tier ebenfalls ausgesetzt ist – nämlich Wasser zu saufen, ohne vorher Wasser ablaufen zu lassen.
Das vor der Probennahme durchzuführende Abflammen des Nippels mit blauer Flamme soll bewirken, dass unmittelbare Kontaminationen des Nippels mit der üppigen Keimflora des Stallabteils nicht in die Untersuchung mit einfließen. Achtung: Nicht zu lange abflammen, da ansonsten der Kunststoffeinsatz bzw. die Dichtung des Tränkers unter dem Hitzeinfluss leiden. Flammen Sie auch die Spitze eines Schraubenziehers ab, mit dem Sie dann den Nippel betätigen, ehe Sie das sterile Gefäß öffnen und befüllen. Halten Sie das Gefäß beim Befüllen schräg, damit der Wasserstrahl sofort auf die Wand trifft und nur wenig mit der Umgebungsluft in Verbindung tritt. Aus selbigen Grund soll die Flasche auch randvoll befüllt und sofort wieder geschlossen werden. Stellen Sie das Gefäß in den Kühlschrank und halten Sie auch während des Transports zum Labor die Kühlkette aufrecht. Die Probe solle nach Möglichkeit noch am selben Tag ins Untersuchungslabor gebracht werden.

Autoren: Roman GOLDBERGER, Rainbach, Dr. Reinald ASCHENBRENNER, Obernberg und Co-Autoren


Aktualisiert am: 29.11.2007 15:34
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