Wasser - der billigste Leistungsförderer

Eine qualitativ und quantitativ bedarfsgerechte Wasserversorgung ist Voraussetzung für eine leistungsorientierte Schweinehaltung. Probleme in der Wasserversorgung führen zu starken Leistungseinbrüchen. Schweinehalter sind dringend angehalten, Wasser denselben Stellenwert wie Futter beizumessen.

Bei Verwendung von Selbsttränkern muss der Schweinehalter sicherstellen, dass das Schwein die benötigte Menge aufnehmen kann.
Bei Verwendung von Selbsttränkern muss der Schweinehalter sicherstellen, dass das Schwein die benötigte Menge aufnehmen kann.
Das Schwein trinkt täglich etwa 10 % seines Körpergewichts, der Mensch vergleichsweise nur 2 bis 3%. Allein diese Tatsache zeigt, dass eine ausreichende Wasserversorgung der Schweine oberste Priorität haben muss.

Laut dem Österreichischen Bundestierschutzgesetz müssen „alle Schweine ständigen Zugang zu ausreichend Frischwasser haben“. Gerade in der Zuchtsauenhaltung sollten die Tiere weder einem Überangebot noch einem Wassermangel ausgesetzt werden. Eine trächtige Zuchtsau sollte etwa 15 bis 18 Liter Wasser pro Tag aufnehmen. Eine Wasserversorgung unter 12 Liter pro Tier und Tag führt bei der trächtigen Zuchtsau zu konkreten Mangelerscheinungen. Durch die geringere Harnausscheidung erhöht sich dessen Konzentration, was zu Blasen- oder Nierenbeckenentzündung führen kann. Eine verminderte Futteraufnahme als Folgeerscheinung dient weder dem Fötenwachstum noch der Milchproduktion in der folgenden Laktation. Besonders während der Säugezeit muss auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden. Um genug Milch geben zu können, muss eine Sau zwischen 3 und 4 Liter pro Tag und Ferkel trinken. Gerade in den Sommermonaten sind durch den erhöhten Bedarf an Wasser zur Thermoregulierung Mangelerscheinungen an der Tagesordnung. Wassermangelbedingte Verstopfungen führen oft zu Geburtskomplikationen. Bei Ferkeln soll bei Hirnhautentzündung durchaus auch Wassermangel als Ursache in Betracht gezogen werden. Der Wasserbedarf von Schweinen unterschiedlichen Alters ist sehr schwer festzulegen. Je nach Gesundheitszustand der Tiere (Durchfall) und klimatischen Verhältnissen kann dieser stark schwanken.

Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach


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Aktualisiert am: 23.02.2006 15:23
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