Was tun gegen höhere Ferkelverluste bei großen Würfen?

Große Würfe gehen in der Regel mit einer kürzeren Trächtigkeitsdauer einher. Da die Ferkel gegen Ende der Trächtigkeit täglich rund 80 bis 100 g zunehmen, wird eine Trächtigkeit bis zum 115. Tag angestrebt.
„Eine kürzere Tragezeit wirkt sich negativ auf die Vitalität der Ferkel und die Überlebenschancen aus. Mit Verkürzung der Trächtigkeit steigt der Anteil untergewichtiger und unreif geborenen Ferkel.“ Gibt es Möglichkeiten, die Trächtigkeitsdauer zu verlängern, um so speziell in großen Würfen den Anteil untergewichtiger und lebensschwacher Ferkel zu reduzieren? Erste Ergebnisse aus Frankreich, wo Altrenogest zur Verlängerung der Trächtigkeitsdauer eingesetzt wurde, konnten nicht bestätigt werden. Im Gegenteil: „In der Tendenz stieg der Anteil von Totgeburten sogar.“Auch eine erhöhte Gabe von Rohprotein (13, 15, 18, 21 %) an die trächtigen Sauen führte nicht zum gewünschten Resultat. Die Trächtigkeitsdauer verlängerte sich nicht, wohl aber stieg mit höherem Rohproteingehalt die Geburtsdauer und damit auch die Zahl der totgeborenen Ferkel.

Wie können die Ferkelverluste begrenzt werden?

Mit intensiver Geburtenüberwachung und -betreuung die Ferkelverluste senken
Mit intensiver Geburtenüberwachung und -betreuung die Ferkelverluste senken
Das einzige, was die Zahl der totgeborenen Ferkel in großen Würfen deutlich senkt, ist eine effiziente Geburtenüberwachung, wie Untersuchungen aus Frankreich ebenfalls bestätigen. „Es wurde nachgewiesen, dass mit zunehmender Betreuungsintensität die Zahl der Würfe ohne tot geborene Ferkel steigt.“ So führte eine neu eingerichtete Geburtenüberwachung zu 25 % mehr Würfen ohne tote Ferkel. „Die Quote von zwei tot geborenen Ferkeln je Wurf wurde halbiert.“ Positiv wirkt sich in jedem Fall auch eine durch den Einsatz von Oxytocin verkürzte Geburtsdauer aus, wie die französischen Untersuchungen zeigen. Dort reduzierte sich die Geburtsdauer durch den Oxytocineinsatz im Mittel um 20 Min. Dass eine Ferkelwache sich rechnet, zeigen die um 3 % verringerten Ferkelverluste bereits bei 20 Sauen und einem Stundenlohn von 15 €. Ist die Gruppe größer, wird die Ferkelwache noch effizienter und sorgt für einen deutlichen Gewinn. Es bleibt festzuhalten: „ Eine stärkere Betreuungsintensität in den ersten zwei Tagen nach der Abferkelung erhöht signifikant die Überlebensrate. Die Ferkel können in dieser Zeit mit energiereichen Pasten oder zusätzlichem Kolostrum versorgt werden.“
(Quelle: „Größere Würfe – kürzere Trächtigkeit“ von Prof. Dr. Steffen Hoy und Dr. Stefan Viebahn in Bauernzeitung 3/2010, S. 40 - 41 - deuka.de)


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Aktualisiert am: 05.02.2010 08:36
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