Was machen die Getreidepreise?

Das Preisniveau am Getreidemarkt ist im Laufe dieses Jahres spürbar angestiegen. Die Frage, in welche Richtung die Preiskurve in den nächsten Monaten zeigen wird, ist kaum zu beantworten. Zu sensibel ist der Markt. Der Überblick über den globalen Getreidemarkt zeigt aber zumindest Tendenzen.
Laut Prognosen der Europäischen Kommission stehen wir dieses Jahr vor einer Getreideangebotsknappheit aufgrund extremer Witterungsbedingungen in wichtigen Anbauregionen.
Laut Prognosen der Europäischen Kommission stehen wir dieses Jahr vor einer Getreideangebotsknappheit aufgrund extremer Witterungsbedingungen in wichtigen Anbauregionen.
Die weltweite Nachfrage nach Getreide wächst im Laufe der Zeit als Folge des stetigen Bevölkerungswachstums. Die ungünstigen Witterungsbedingungen in den wichtigsten Getreideanbauergionen bringen dieses Jahr viele unerwartete Änderungen auf den globalen Getreidemarkt. Die Weizenernte in den Vereinigten Staaten sowie in Russland, der Ukraine und Kasachstan ist – trotz vereinzelter Regenfälle – durch trockene Bedingungen bedroht. Laut Prognosen der Europäischen Kommission steht die Welt dieses Jahr vor einer Getreideangebotsknappheit aufgrund dieser extremen Witterungsbedingungen.

Verbrauch übersteigt Angebot
Laut Einschätzung des auch als Weltgetreiderat bekannten International Grains Council (IGC) vom 28. September wird die Weltproduktion von Getreide (ohne Reis) 2012/2013 voraussichtlich um 4,5 % auf 1.767 Mio. t sinken, während der Weltkonsum von Getreide (ohne Reis) im gleichen Zeitraum um voraussichtlich 2,7 %, auf 1.806 Mio. t, zurückgehen soll. Auf Weizen entfallen etwa 40 % der weltweiten Getreideproduktion und 54 % des weltweiten Getreidehandels. Daraus ist ersichtlich, dass die Situation auf dem Markt für Weizen tatsächlich die Entwicklung aller Märkte für sämtliche Getreidearten bestimmt. Nach Angaben des IGC wird das weltweite Weizenangebot in diesem Jahr – unter Berücksichtigung
der Anfangsbestände und der voraussichtlichen Weizenernte – 657 Mio. t betragen und damit 39 Mio. t unter dem Ergebnis des Wirtschaftsjahres
2011/2012 liegen. Der Konsum des Weizens wird voraussichtlich 679 Mio. t betragen, was im Vergleich zum Niveau der vergangenen Saison 12 Mio. t weniger ist.

Autor: Vera BELAYA und Patrick SCHENKENBERGER

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 21/2012 von Der fortschrittliche Landwirt.

Aktualisiert am: 22.10.2012 10:52
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