Was den Mastschweinestall teuer macht

Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren laufend gestiegen. Damit Kosten gespart werden, ist die Bauausführung maßgeblich. Ein Vergleich der unterschiedlichen Kostenpositionen gibt mehr Überblick.
Verschiedene Kostenfaktoren können den Mastschweinestall preislich weit nach oben drängen.
Verschiedene Kostenfaktoren können den Mastschweinestall preislich weit nach oben drängen.
Die Wahl eines passenden Standorts für einen Mastschweinestall soll gut überlegt sein. In der Schweinemast werden Tiere, Futter und Gülle oft in großen Mengen bewegt. Ungehindert nutzbare und befestigte Rangierflächen sind vorzusehen, die ganzjährig mit LKW oder Sattelzügen befahrbar sind. Beim Bau nahe der Hofstelle ist dies besonders zu beachten. Die Hofnähe ermöglicht jedenfalls eine rasche Erreichbarkeit des Stalles, auch lassen sich oft bestehende Zufahrtswege gut nutzen. Vor allem aber sind die Kosten für die Erschließung mit Elektrizität und Wasser relativ günstig.

Stallkonzept und Gebäudehülle
Konventionelle Mastschweineställe werden oft in Kammbauweise errichtet. Zwei Bauvarianten sind üblich – einreihige Ställe mit seitlichem Zentralgang bzw. die Bauweise mit mittigem Zentralgang und beidseitiger Abteilanordnung. Laut Literaturangaben sind breite, doppelreihige Stallgrundrisse tendenziell kostengünstiger verglichen mit einreihigen, schmäleren Ställen bei jeweils gleicher Anzahl an Endmastplätzen. Der Kostenvorteil liegt im Bereich von ca. 5 %, bedingt durch eine verhältnismäßig geringere Außenwandfläche. Vielfach hängt die gewählte Bauform von der Stallkapazität, von Vorgaben des Bauplatzes oder aber auch von persönlichen Vorstellungen des Bauherrn bezüglich Bedienung oder Arbeits- und Funktionsabläufen im Stall ab.

Gebäudewände
Soll der Bau mit großem Eigenleistungsanteil errichtet werden, ist man beim Ziegelmauerwerk richtig. Praxisbeispiele zeigen, dass hier bares Geld gespart wird. Manchmal wird auch das Verputzen der Außenwände auf das nächste Jahr oder noch später verschoben. Vorerst kann man Kosten sparen – beim Gesamtkostenvergleich ist dies aber trotzdem zu berücksichtigen! Weiters zeigt sich, umso mehr Fachfirmen beauftragt werden, desto eher schmelzen die Kostenvorteile der Ziegelbauweise. Aus diesem Grund kommen oft gedämmte Betonaußenwände im Mastschweinestallbau zum Einsatz. Vorteilhaft sind ein rascher Baufortschritt, glatte und verschleißarme Oberflächen (besonders bei Fertigteilen) und stabile Befestigungsmöglichkeiten für diverse Stalleinrichtungen. Für einen seriösen Kostenvergleich ist jedenfalls das Einholen von mindestens zwei Angeboten bei Baufirmen erforderlich.

Autor: Ing. Christian TRAUNWIESER, Beratungsstelle Schweineproduktion LK Oberösterreich, Wels

Weitere Informationen über Kosten für die Dachkonstruktion, Abteilgröße, Fütterungssystem, Gruppengröße und Lüftung sowie einen Praxis-Kostenvergleich dreier Ställe finden Sie in der Ausgabe 2 unserer Fachzeitschrift.


Aktualisiert am: 05.01.2012 08:58
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