Was bringt die intrauterine Besamung?

Die intrauterine Besamung und deren mögliche positiven Einflüsse auf die Fruchtbarkeit von Sauen wurden in den letzten Jahren oft diskutiert. Im Praxistest wurde untersucht, was diese Alternative tatsächlich unter dem Strich bringt.
Die intrauterine Besamung wurde als Alternative zur herkömmlichen künstlichen Besamung über neun Monate getestet.
Die intrauterine Besamung wurde als Alternative zur herkömmlichen künstlichen Besamung über neun Monate getestet.
Bei dieser Art von Besamung wird mit einem speziellen Katheter der Samen nicht in der Cervix (Gebärmutterhalskanal) sondern, wie beim Rind üblich, in der Gebärmutter abgelegt. Der sterile Katheter wird mit der Schutzhülle fünf bis zehn Zentimeter in die Vagina eingeführt. Nach dem Einführen wird die Schutzhülle mit der Pipette durchstoßen, die Hülle entfernt und der Katheter weitergeschoben. Sobald die Pipette gut im Gebärmutterhals platziert ist, kann nach einer Wartezeit von ca. 2 Minuten der Innenkatheter in die Pipette eingeführt und durch die Cervix geschoben werden. Der Katheter wird nach vorne geschoben bis ein Widerstand (Cervix) zu spüren ist. Der Katheter wird dann durch die Cervixfalten geschoben, wobei die Pipette als Einführhilfe dient. Dieser Vorgang kann eine Weile dauern. Dabei ist es aber besonders wichtig, äußerst vorsichtig zu sein um die Sau nicht zu verletzen. Sobald der Innenkatheter die letzte
Falte passiert hat, spürt man, dass sich das vordere Ende frei bewegen lässt. Jetzt ist der Uteruskörper erreicht. Der Katheter wird jetzt noch zirka fünf Zentimeter weitergeschoben und fixiert.

Ergebnisse
Es wurden über einen Zeitraum von neun Monaten (März–Dezember 2010) die an einem praktischen Betrieb zu besamenden Sauen in zwei gleichgroße Gruppen (Versuchs- und Kontrollgruppe) geteilt. Der Versuch umfasste insgesamt 124 Besamungen
(Sauen). Die Gruppe der intrauterin besamten Sauen brachte mit 13,48 geborenen Ferkeln je Wurf eine um 0,26 Ferkel bessere Leistung als die Gruppe der herkömmlich besamten Sauen. Diese erzielte eine Leistung von durchschnittlich 13,22 geborenen Ferkeln. Obwohl in der Gruppe, welche intrauterin besamt wurde, eine geringfügig höhere Ferkelzahl je Wurf gefunden wurde, sank auf Grund der höheren Umrauscher- bzw. Abortquote in dieser Gruppe, die Ferkelzahl je besamter Sau um durchschnittliche 0,52 Ferkel im Vergleich zu der Gruppe mit herkömmlicher Besamung. Als möglicher Grund für die höheren Umrauschzahlen bei den intrauterin besamten Sauen könnte die Gefahr des Keimeintrages in den Uterus dienen. Im Raum steht auch die potenzielle Gefahr, beim Einführen des Innenkatheters die Cervix zu verletzen.

Autor: Markus MADER und Dr. Karl LUGER, hlfs St. Florian/Linz

Den detaillierten Versuchsbericht lesen Sie in der Ausgabe 12 von Der fortschrittliche Landwirt.

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Aktualisiert am: 05.06.2011 11:24
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