Was bringt der Abreifeschutz bei Raps?

Die Blütenbehandlung hat sich bei Raps als wichtige Qualitätssicherungsmaßnahme durchgesetzt. Wie groß der Einfluss auf den Ertrag ist und wann der optimale Behandlungstermin ist, wurde im Jahr 2010 getestet.
Die Blütenbehandlung hat sich bei Raps als wichtige Qualitätssicherungsmaßnahme durchgesetzt.
Die Blütenbehandlung hat sich bei Raps als wichtige Qualitätssicherungsmaßnahme durchgesetzt.
Auch wenn es den Landwirten so gar nicht in ihre Terminplanung passen will, so hat sich der Raps aus seinem angestammten, frühen Erntefenster etwas heraus bewegt. Durch die neuen Behandlungsstrategien verzögert sich die Abreife der älteren Sorten um 3 bis 5 Tage und die der neueren Sorten sogar um 10 bis über 14 Tage. Gerade moderne, gesündere Sorten danken den Fungizideinsatz mit längerer und höherer Assimilationsleistung. Auch die Schote bleibt länger frisch und hat eine bessere Platzfestigkeit. Gesundheit und längere Ausreife bringt einerseits den höheren Korn- und Ölertrag und andererseits auch die bessere Dreschbarkeit mit geringeren Verlusten und Kornfeuchten.

Blüten- oder Schotenbehandlung?
Ein Feldversuch zur Ernte 2010 mit der Blütenbehandlung mit einem Azoxystrobin der Fa. Syngenta zeigte, dass man durch den Applikationszeitpunkt bei der Blüte die Erntesicherheit entscheidend beeinflussen kann. Auf zwei Standorten in Thüringen wurde die Fungizidbehandlung mit Ortiva zum einen in die Vollblüte und zum anderen etwa 14 Tage später in die abgehende Blüte gesetzt. Beim späteren Applikationstermin sind die meisten Blüten der Haupttriebe bereits abgefallen und man benetzt die ersten Schötchen. Man kann fast von einer Schotenbehandlung sprechen. Schoten sind umgeformte Blätter, so dass die blattaktiven Fungizide intensiver wirksam werden. Man kann dadurch eine verzögerte Abreife der oberen Schoten erzielen. Das heißt, die Platzfestigkeit der oberen Schoten, die am ehesten zum Aufspringen neigen, wird erhöht. Das gibt dem Landwirt mehr Zeit und Ruhe auf eine gute Gesamtabreife mit höherem Ertragspotential bei Korn und Öl zu warten. Natürlich ist der spätere Applikationstermin nur möglich, wenn kein Sklerotiniadruck vorliegt.

Die Ergebnisse des Versuchs entnehmen Sie dem Artikel aus der Ausgabe 9/2011 von Der fortschrittliche Landwirt.

Autor: Dr. Andrea FEIFFER

Weitere Artikel zum Thema "Ackerbau" in der Ausgabe 9/2011:

  • Mit der Stickstoffdüngung die Weizenqualität sichern
  • Die richtige Düse für die jeweilige Anwendung
  • Ackerbau in 5 Minuten



Aktualisiert am: 19.04.2011 08:03
Landwirt.com Händler Landwirt.com User