Warum die Grundfutterqualität entscheidet

Milchviehbetriebe mit mäßigen Grünlandbeständen geraten zunehmend in die Enge, da mit dem Zuchtfortschritt auch die Qualität des Grundfutters steigen muss. Mehr Kraftfutter aus dem Grünland heißt das Motto. Denn bestes Grundfutter hebt die Rentabilität.
Hohe Milchleistungen sind nur mit bester Grundfutterqualität zu erreichen. Foto: Archiv
Hohe Milchleistungen sind nur mit bester Grundfutterqualität zu erreichen. Foto: Archiv
Mehr als die Hälfte aller Kosten in der Tierproduktion sind Futterkosten. Neben dem Milchpreis wirkt sich eine Leistungssteigerung aus dem Grundfutter am stärksten auf die Einkommensverbesserung aus. Die Milchleistung aus dem Grundfutter schwankt in der Praxis zwischen 3.000 bis über 6.000 kg Milch. Grünlandexperte Josef Galler aus Salzburg sagt: "Basis für eine hohe Grundfutterqualität ist ein gräserbetonter Pflanzenbestand, eine bedarfsgerechte Düngung und eine zeitgerechte Nutzung."

Gutes Grundfutter ist ein Muss

Die Futteraufnahme von Rindern steigt linear mit der Energiedichte des Futters. Nur bei einem Energiegehalt über 6 MJ NEL sind Leistungen von bis zu 6.000 kg Milch und darüber aus dem Grundfutter möglich. Nicht nur der Zuchtfortschritt, sondern auch Kraftfutterkosten und die pansenphysiologischen Grenzen des Kraftfuttereinsatzes (max. 50 % der Gesamtfutteraufnahme) erfordern beste Grundfutterqualitäten. Besseres Grundfutter verbessert auch die Effizienz des eingesetzten Kraftfutters. Ferner verdrängen höhere Kraftfuttergaben auch zunehmend das Grundfutter (Mittel 0,5 kg je kg eingesetztem Kraftfutter).

Energiereiches Futter entlastet die Kuh

Während aus einer Ackergrundfutterration mit 6,8 MJ NEL/kg TM bis zu 25 kg Milch täglich ermolken werden können, liefert eine schlechte Heuration mit nur etwa 5,5 MJ NEL/kg TM kaum 8-10 kg Milch aus dem Grundfutter. Schlechtes Grundfutter muss dann durch Körperfettabbau (Ketosegefahr) ausgeglichen werden, was nur begrenzt möglich ist. Im ersten Laktationsdrittel kann ohne Stoffwechselbelastung täglich etwa 1 kg Körperfett abgebaut und daraus etwa 5 kg Milch ermolken werden.

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Aktualisiert am: 17.04.2018 12:15

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