Warum der Mais nicht immer wachsen will

Selbst wenn die Versorgung mit Nährstoffen im grünen Bereich liegt, kommt es immer wieder vor, dass Maispflanzen kümmern oder gar absterben. Der pH-Wert hat großen Einfluss, ob die Pflanze die Nährstoffe überhaupt aufnehmen kann. Kalk ist nur eine der möglichen Maßnahmen zum Einstellen des optimalen Säuregrades des Bodens.
Deutliche Schädigung der Maispflanzen durch zu niedrigen pH-Wert des Bodens.
Deutliche Schädigung der Maispflanzen durch zu niedrigen pH-Wert des Bodens.
Betrachtet man zunächst einmal die Mittelwerte der Makronährelemente sowohl der kranken als auch der scheinbar gesunden Pflanzen, so enthalten sie alle in ausreichender Menge Stickstoff. Mangelsymptome dürften dadurch nicht verursacht sein.
Beim Phosphor enthalten auch die sichtbar geschädigten Pflanzen im Durchschnitt ausreichend P, wenn auch der Minimalwert im Einzelfall mal auf 0,18 % abfällt. Aber auch die sichtbar geschädigten Pflanzen haben bis zu 1,3 %, also ausreichend P. Die Rot-/Violettfärbungen der Pflanzen, die hier in jedem Einzelfall der beprobten Pflanzen vorlagen, und die in der Praxis fälschlicherweise synonym mit einem Phosphormangel gleich gesetzt werden, sind also nicht die Ursache für das Absterben der Pflanzen!
Beim Schwefel, für den es bisher keine entsprechenden Richtwerte gibt, scheint die Versorgung stets im unteren Bereich zu liegen und dürfte nicht Ursache der Schädigungen sein. Beim Kalzium ist die Versorgung im Durchschnitt gewährleistet. Das Gleiche gilt für Kalium, wobei die Minimalwerte der geschädigten Pflanzen in den Grenzbereich eines sichtbaren Mangels fallen. Die gleiche Aussage trifft für Magnesium zu.
Sowohl für Kupfer als auch für Zink und Bor lagen in den Pflanzen stets ausreichende Gehalte vor und geben den deutlichen Hinweis, dass die Ursachen für die Pflanzenschädigungen auf keinen Fall bei diesen Elementen zu suchen sind.
Die Mangangehalte der Pflanzen, die zugleich ein Spiegelbild der pH-Werte der Böden darstellen, belegen eindrucksvoll, dass in keinem Fall eine Unterversorgung mit diesem Element vorlag. Jedoch liegen sowohl bei den scheinbar gesunden als auch bei den sichtbar kranken Pflanzen derart hohe Mn-Gehalte vor, dass sie schon in den toxischen Bereich fallen. Für die scheinbar gesunden Pflanzen sind 175 ppm Mangan noch nicht schädigend. 1090 ppm Mn dürften aber auch hier das Pflanzenwachstum stark beeinträchtigen.

Zuviel Al
Die überhöhten Mn-Gehalte der sichtbar geschädigten Pflanzen stehen mit den erhöhten und krankmachenden Eisen- und Aluminiumgehalten sehr gut im Einklang. Aluminium, eigentlich nur ein "Ballastelement", liegt hier in den Pflanzen um den Faktor fünf- bis zehnmal höher als im Normalbereich. Auch die scheinbar gesunden Pflanzen weisen in den Analysen im Vergleich zu "Normalwerten" bereits deutlich überhöhte Gehalte auf und sind damit als "Vergleichspflanzen" schon entsprechend kritisch zu bewerten.

Zuviel oder zuwenig - hier lags am pH
Die Werte insgesamt belegen, dass bei den sichtbar kranken Pflanzen einige zudem auch an einer Unterversorgung mit den Hauptnährelementen N, P, K, Mg oder auch S litten. Diese Dreierbeziehung überhöhter Gehalte an Mangan, Eisen und Aluminium ist zurückzuführen auf zu niedrige pH-Werte der Böden.

Autor: Dr. sc. Agr. Albrecht NITSCH, Bremervörde


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Aktualisiert am: 21.02.2008 15:26
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