Wann welchen Kalk verwenden?

Der Kalk hat im Boden mehrere Aufgaben. Die unterschiedlichen Eigenschaften der am Markt befindlichen Kalkformen (Oxide, Hydroxide, Carbonate und Silikate) können diese Aufgaben unterschiedlich gut bewerkstelligen. Daher die Frage: Wann soll welcher Kalk bzw. welche Kalkform verwendet werden?
Zur pH-Regulierung braucht auch das Grünland Kalk.
Zur pH-Regulierung braucht auch das Grünland Kalk.
Neben der Kalkgruppe, d.h. schnell (Branntkalk), mittel (Mischkalk) oder langsam wirkend (kohlensaure Kalke), ist der Ca0-Gehalt wertbestimmend.
Um die basische Wirksamkeit unterschiedlicher Kalkbindungsformen vergleichen zu können, wird der CaO-Gehalt als Gesamtwert an basisch wirksamen Verbindungen angegeben. Das Düngemittelgesetz schreibt für Düngekalke einen CaO-Gehalt von mind. 30 % vor.
Der Reinnährstoffpreis dient einem objektiven Preisvergleich und errechnet sich, indem man den Preis je 100 kg Kalkdünger durch den CaO-Gehalt dividiert.
Grundsätzlich gilt, öfter mit kleinen Mengen kalken ist besser, als größere Mengen in längeren Zeitabständen. Als Richtwert für die Erhaltungskalkung sollten je nach Fruchtfolge und in Abhängigkeit von der Bodenschwere 1.000 – 1.500 kg CaO in Abständen von drei bis vier Jahren gedüngt werden.
Auf magnesiumarmen Standorten (Granit, Gneis sowie sandigen Böden) sind magnesiumhaltige Kalke zu bevorzugen (Bodenuntersuchung durchführen).
Kalkungen sollen bevorzugt zu kalkliebenden Feldfrüchten (zB Klee, Raps, Gerste, Weizen sowie Mais) gegeben werden.
Im Maisbau sollte speziell auf schweren, kalten und zur Verdichtung neigenden Böden vor der Saat Brannt- oder Mischkalk in Mengen von 1.500 bzw. 2.500 kg/ha gegeben werden, denn der Mais stellt hohe Anforderungen an die Keimtemperatur (mind. 8 - 10oC). Kalk bewirkt eine gröbere Porung der Ackerkrume und fördert somit die Luftführung und Erwärmbarkeit dieser Böden.

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Aktualisiert am: 29.09.2004 11:52
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