Waldwirtschaftspläne zur Holzmobilisierung aus dem Privatwald

Wird der Wald regelmäßig genutzt ergeben sich daraus nicht nur betriebswirtschaftliche Vorteile, die Nutzung garantiert auch ökologisch wertvolle, gesunde und stabile Wälder. Erforderlichen Informationen für die nachhaltige Holznutzung liefert ein Waldwirtschaftsplan.
Über einen Waldwirtschaftsplan wird das Nutzungspotenzial eines Standortes gezielt aufgezeigt und ermöglicht so die Wertschöpfung zu erhöhen.
Über einen Waldwirtschaftsplan wird das Nutzungspotenzial eines Standortes gezielt aufgezeigt und ermöglicht so die Wertschöpfung zu erhöhen.
Die LK OÖ bietet die Erstellung von Nutzungsplänen an. Auf Basis individueller Gegebenheiten wird festgelegt, was in den nächsten zehn Jahren im Wald geschehen soll. “Die Nachfrage ist gut und die Pläne werden aufgrund ihrer praxisbezogenen Anwendbarkeit von den Waldbesitzern angenommen. Seit dem Start 2009 wurden 400 Waldwirtschaftspläne für Klein- und Mittelbetriebe erstellt. Auf 5.300 ha Wald wurden Nutzungsmaßnahmen geplant“, berichtet LK OÖ Präsident Franz Reisecker.

Waldwirtschaftspläne für Privatwaldbesitzer

Beinahe jeder 100. Waldbesitzer in OÖ hat in den letzten vier Jahren einen neuen Bewirtschaftungsplan von der LK OÖ erstellen lassen. Insgesamt gibt es in OÖ etwa knapp 40.000 Waldbesitzer, in dieser Zahl sind auch die Kleinstwaldbesitzer inkludiert. Knapp 1 % der oberösterreichischen Waldfläche wurden über Waldwirtschaftspläne durch die LK detailliert aufgenommen. Das Nutzungspotenzial der einzelnen Standorte wird gezielt aufgezeigt und der Waldbesitzer so motiviert, von dieser zusätzlichen Wertschöpfung am Betrieb zu profitieren. “Durch die Nutzung über die Waldwirtschaftspläne werden in den nächsten zehn Jahren zusätzlich ca. 100.000 fm Holz zielgerichtet auf den Markt gebracht“, so Reisecker. Dass der Kleinwald in den vergangenen Jahren die Holzernte intensiv gesteigert hat, verdeutlichen die Zahlen der österreichischen Waldinventur: Wurden 1992 bis 1996 im bäuerlichen Kleinwald 6,6 fm je ha genutzt, konnte innerhalb von 15 Jahren bis zur letzten Inventur 2007/2009 die Menge auf 8,9 fm gesteigert werden.

Sägerundholz sowie Schleif- und Faserholz stark nachgefragt

Sowohl Sägerundholz als auch Schleif- und Faserholz werden stark nachgefragt. Auch Kiefer und Tanne, die zwar mit Preisabschlägen gegenüber der Fichte behaftet sind, sollten jetzt geschlägert werden, so der Obmann. Diese Baumarten erzielen derzeit gute Preise. Am Laub-Sägerundholzmarkt sind wenige positive Signale erkennbar und daher wird in diesem Segment keine Empfehlung für Schlägerungen gegeben. Die Ausnahme sind geschädigte Eschenbestände, die heuer großzügig genutzt werden sollten. Die Nachfrage nach Laub-Faserholz-Sortimenten ist weiterhin gut und die Preise bleiben stabil. Dieses wird in der Viskose-Herstellung verwendet.

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Aktualisiert am: 06.11.2012 16:21
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