Waldverband: Nasslagerkapazität von 1,14 Millionen

Der Waldverband Österreich berichtet über vielversprechende Ansätze zur Bewältigung künftiger Sturmereignisse:
Sturmkatastrophen wie die Orkane „Kyrill", „Paula" und „Emma" schaffen große Probleme bei der Vermarktung des ungeplanten Holzanfalls. Besonders wichtig ist in solchen Situationen für die Waldbesitzer, dass sich die Qualität des aufgearbeiteten Holzes nicht verschlechtert. Dies ist jedoch der Fall, wenn das Holz aufgrund voller Holzlager bei der Industrie nicht abtransportiert werden kann. Eine zwischenzeitliche Konservierung des Holzes in Nasslagern ist daher nicht nur aus Gründen des Forstschutzes sondern auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht und zur Beruhigung des Marktes anzustreben. Ziel ist es, dass zumindest 10 Prozent des bisher maximal getätigten Einschlages von Sägerundholz, das sind rund 1,4 Mio. Festmeter Rundholz, durch Nasslager abgepuffert werden können.

Bestandserhebung an Nasslagerplätzen

Um die aktuelle Situation zu analysieren, hat das Landwirtschaftsministerium den Waldverband Österreich mit der Erstellung eines Waldfachplanes zum Thema Nasslagerplätze in Österreich beauftragt und finanziell unterstützt. Die Ergebnisse liegen nun vor.Neben den Grundlagen und Voraussetzungen für die Anlage eines Nasslagers – Lagerplatzauswahl, Wassermanagement, Betrieb und Lagerauflösung sowie praktische Rechenbeispiele – bildet die Dokumentation jedes einzelnen Lagerplatzes das Herzstück der Arbeit. Bundesländerweise werden die bisher behördlich bewilligten Nasslager detailliert beschrieben und durch ein Luftbild des Grundstückes aus dem AgrarGIS dokumentiert. Die Gesamtkapazität der insgesamt 46 Nasslager beträgt rund 1,14 Millionen Festmeter. Im Bereich der Forstwirtschaft –darunter insbesondere auch die Österreichische Bundesforste AG- befinden sich 36 Lagerstandorte mit rund 700.000 Festmetern. Die Holz verarbeitende Industrie hat ihre Lagerkapazität um gut 440.000 Festmeter ausgebaut.

Zusätzliche Nasslager notwendig

Die Nasslagerplätze konzentrieren sich gegenwärtig noch auf jene Bundesländer, die von den Stürmen im heurigen und letzten Jahr am schwersten betroffen waren. Die räumliche Verteilung der Lagerplätze zeigt außerdem, dass noch größere Waldgebiete mit Nasslagern unerschlossen sind und weiterer Handlungsbedarf zur Errichtung von Nasslagern besteht. Das derzeitige Lagerpotential dürfte noch nicht ausreichen, um künftige Kalamitätsereignisse problemlos bewältigen zu können.


Aktualisiert am: 29.10.2008 12:11
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