Waldverbände: Flexibel in der Krise

Die Geschäftstätigkeit der österreichischen Waldverbände wurde im Jahr 2009 stark von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und dem starken Einbruch des Exportes der heimischen Holz verarbeitenden Industrie geprägt.
Der marktkonforme Holzeinschlag im Kleinwald trägt zur Stabilisierung der Marktlage erheblich bei.
Der marktkonforme Holzeinschlag im Kleinwald trägt zur Stabilisierung der Marktlage erheblich bei.
Nach erfolgreicher Bewältigung der großen Herausforderungen durch ein Überangebot an Schadholz nach den Windwürfen in den vergangenen zwei Jahren waren die Waldverbände mit einer krisenbedingt geringeren Holznachfrage konfrontiert. Hatten sie 2008 in den nicht betroffenen Regionen den Holzeinschlag zurückgefahren, um den Markt zu entlasten, so musste 2009 erneut das Angebot angepasst werden.

Geringe Fixkosten erhöhen Flexibilität
"Aufgrund der niedrigeren Fixkosten der Waldbesitzer im Vergleich zu großen Forstbetrieben konnte das Rundholzangebot an die geringere Nachfrage angepasst werden. Der marktkonforme Holzeinschlag im Kleinwald während der Wirtschaftskrise hat zur Stabilisierung der Marktlage erheblich beigetragen", zieht Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes Österreich, Bilanz. Der Einbruch der Exportmärkte für Schnittholz, Papier und Platten und die damit verbundenen Produktionsrücknahmen der Holz verarbeitenden Industrie bewirkten bereits ab Mitte 2008 eine rückläufige Nachfrage bei reduzierten Rundholzpreisen.

Produktion an Krise angepasst
Insgesamt wurden im Jahr 2009 rund 1,92 Mio. Festmeter durch die Waldverbände vermarktet. Das entspricht einem Rückgang von 26 % gegenüber 2008 und betrifft vor allem bei Sägerundholz jenes Sortiment, das den höchsten Wert hat. So konnten die Verbände trotz Krise für ihre knapp 58.000 Mitglieder mehr als 1,3 Mio. Festmeter Sägerundholz erfolgreich vermarkten. Der steigende Bedarf von Heizwerken, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und privaten Holzheizern sorgte über das gesamte Jahr 2009 für einen kontinuierlichen Bedarf an Energieholz, welches auch preislich das stabilste Element am Holzmarkt war. Gegenüber 2008 ist Energieholz das einzige Sortiment, das sogar eine starke Steigerung mit rund 21 % in der Absatzmenge verzeichnen konnte. Bei guter Marktlage rechnen wir 2010 mit einer wieder zumindest 10%igen Steigerung der Vermarktungsmenge", zeigt sich Obmann Rosenstatter optimistisch.

Vertrauen durch Transparenz im Holzgeschäft steigern
"Die Waldverbände haben sich nicht nur während der Wirtschaftskrise als solide Partner im Holzgeschäft beweisen können, Vertrauen ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit", betont Rosenstatter. Dieses Vertrauen müsse durch volle Transparenz bei der elektronischen Werksvermessung weiter gefestigt werden, damit die Verbände für ihre Mitglieder eine faire Behandlung im Holzgeschäft sicherstellen können. Dazu ist sei notwendig, vertrauensbildende Maßnahmen auch innerhalb der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) weiterzuentwickeln, ist Rosenstatter überzeugt. Als Beispiel nennt der Obmann die Übermittlung der elektronischen FHP-Datensätze, die zügig, vollständig und inhaltlich richtig vom Abnehmer übermittelt werden müssen. "Hier ist schon vieles innerhalb der Wertschöpfungskette Holz erreicht worden, doch es ist noch mehr notwendig, um das Vertrauen weiter zu erhöhen und um die gemeinsamen Chancen für die Holzverwendung in Zukunft zu nutzen", so Rosenstatter.


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Aktualisiert am: 16.03.2010 16:20
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