Wald: Stabilität im Bestand durch richtigen Rand

Die Randlinien eines Waldes sind für seine Stabilität sowohl in ökologischer als auch in forstästhetischer Hinsicht bedeutsam. Richtige Waldrandbehandlung braucht die Sensibilität des Bauern. Das Bewusstsein dafür will dieser Beitrag schaffen.
Waldrandgestaltung ist ein wichtiger Aspekt zum Schutz gegen Windwurf und zur Stärkung des Bestandes.
Waldrandgestaltung ist ein wichtiger Aspekt zum Schutz gegen Windwurf und zur Stärkung des Bestandes.
Beim Waldrand wird zwischen einem Innenrand und einem Außenrand unterschieden. Der Innenrand ist klimatisch und ökologisch in die Eigenarten innerhalb des Waldes eingebettet. Demgegenüber wird der Außenrand durch das vorgelagerte, nicht bewaldete Gelände ökologisch geprägt. Die typischen Waldinnen- und Waldaußenränder, die in diesem Artikel behandelt werden, finden sich vor allem dort, wo sich Bestände voneinander abheben, sowie bei Wald – Feldübergängen oder entlang von Gewässern und Mooren.

Altbestände
Pro 100 lfd. m Waldrand liefern Altbestände etwa 100 fm Derbholz. Die Randbäume werden bis auf einzelne "vollkronige", vitale Einzelstämme entnommen, die auf jeden Fall rundherum freigestellt werden, um ein gesundes Wachstum der Seitenäste zu gewährleisten. Jüngere Zwischenstände werden erhalten und gefördert. Sie sollen die nächste Generation einleiten.
Gleichzeitig wird der Bestockungsgrad des 15 bis 20 m breiten Saumes auf einen durchschnittlichen Bestockungsgrad von 0,3 reduziert. In diesem Bereich können Strauch- und konkurrenzschwache sowie seltene Baumarten Entwicklungsmöglichkeiten finden.

Junge und mittelalte Bestände
Je nach Alter und Vorrat der Bestände stellen sie unterschiedlich hohe Holzmassen bereit. Der Bestockungsgrad soll auch hier auf 0,3 herabgesetzt werden, so dass sich die Nutzung pro 100 lfm auf ca. 20 % des Vorrates pro ha beläuft.
Wie in den Altbeständen ist auch in den jungen Beständen eine möglichst frühe Stabilität einzelner Individuen anzustreben. Nach der Auswahl sogenannter "Zukunftsbäume", die einen Mindestabstand von 12 m haben sollten, hat eine rigorose Freistellung zu erfolgen. Auf diese Weise können sich auch hier in den Zwischenräumen natürlich ansamende Baum- und Straucharten etablieren.
Die jungen Bestände sind dann besonders geeignet, wenn Edellaubbaumarten wie Ahorn, Esche, Kirsche oder auch seltene Baumarten wie Elsbeere oder dergleichen vorhanden sind, die dann im sogenannten Lichtwuchsbetrieb in kurzer Umtriebszeit genutzt werden können.

Autor: DI Jochen BONIGUT, Maschinenring Oberösterreich


Aktualisiert am: 04.02.2009 16:31
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