Wachstumsregler gekonnt einsetzen

Wachstumsregler können Lagerung nicht gänzlich verhindern, richtig eingesetzt halten sie aber die möglichen Einbußen in Grenzen.
Wachstumsregler sollten möglichst nur bei wüchsigen Bedingungen zum Einsatz kommen.
Wachstumsregler sollten möglichst nur bei wüchsigen Bedingungen zum Einsatz kommen.
Auf tiefgründigen Böden, bei höherem Stickstoffangebot, bei Lagergefahr und hoher Ertragserwartung wird sich die Einkürzung am ehesten lohnen. Die Hauptbedeutung der Wachstumsregler liegt in viehstarken Regionen mit oft schwer kalkulierbarer Stickstofffreisetzung, beispielsweise dem Alpenvorland oder der Oststeiermark. Auf leichten und flachgründigen Böden mit unsicherer Wasserverfügbarkeit, beispielsweise im pannonischen Klimagebiet, sollten Anwendungen unterbleiben. Bei derartigen Bedingungen sind Wuchsdepressionen und Ertragsminderungen häufige Folge. Die Aufwandmengen müssen dem Entwicklungsstadium des Getreides, der Stickstoff- und Wasserversorgung des Bestandes und der Temperatur während des Einsatztermines angepasst werden. Frühe Termine bei lageranfälligen Sorten verlangen höhere Aufwandmengen als späte Applikationen bei warmer Witterung. Erfahrungswissen ist dazu nötig, allgemein gültige Empfehlungen können nicht gegeben werden.

Fazit
Die Wuchsregelung von Getreide hat bei uns nicht jene große Bedeutung wie beispielsweise in Deutschland. In intensiven Beständen und auf Flächen mit unkalkulierbarer Stickstoffnachlieferung durch Wirtschaftsdünger sind Wachstumsregler ein wichtiges Betriebsmittel zur Ertragssicherung. Da im ÖPUL 2007 der Verzicht auf Wachstumsregulatoren nicht prämiert ist, dürfte sich der Einsatz wieder etwas ausweiten. Der günstigste Termin und die optimale Aufwandmenge sind wegen vielfältiger Einflüsse auf die Wirkung nicht immer leicht zu finden, eigene Erfahrungen sind gefragt. Mastige Bestände mit übermäßig hohen Triebdichten lassen sich selbst durch zweimaliges Einkürzen nicht ausreichend stabilisieren. Die Regeln einer vernünftigen Sortenwahl, Bestandesführung und Stickstoffdüngestrategie dürfen trotz Wachstumsreglereinsatz keinesfalls vernachlässigt werden.

Autoren: DI Michael OBERFORSTER und DI Gottfried BESENFOFER, AGES Wien


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Aktualisiert am: 08.03.2007 18:10
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