Wachsen, weichen oder eine andere Lösung?

Partnerschaften in der Rindaufzucht sind eine intelligente Lösung für Kleinbetriebe in der Milchviehhaltung. Folgend ein Beispiel, wie drei Betriebe sinnvoll kooperieren.

Der Betrieb von Wilhelm und Maria Drexel liegt auf 1.500 m Meereshöhe. Wilhelm Drexel ist aus der Milchproduktion komplett ausgestiegen und betreibt in Kooperation mit seinen Partnerbetrieben eine reine Jungviehaufzucht.
Der Betrieb von Wilhelm und Maria Drexel liegt auf 1.500 m Meereshöhe. Wilhelm Drexel ist aus der Milchproduktion komplett ausgestiegen und betreibt in Kooperation mit seinen Partnerbetrieben eine reine Jungviehaufzucht.
Für viele Kleinbetriebe gilt: Das fehlende Einkommen aus der Milchwirtschaft muss außerhalb der eigenen Landwirtschaft verdient werden, entsprechend schlecht sind aufgrund der Doppelbelastung die Lebensqualität und der Gesundheitszustand dieser Gruppe von Landwirten. Besonders Kleinbetriebe, die vor einem größeren Neu- oder Umbau stehen, überlegen sich, den Stall mit geringen Kosten und Aufwand zu einem Jungviehstall zu adaptieren. In vielen Betrieben wird das Jungvieh mit Futter ernährt, welche Milchkühe nicht mehr aufnehmen bzw. übrig lassen. Der Pensionsviehhalter wird im Regelfall wertvolleres Futter ernten und vorlegen, was die Jugendentwicklung entscheidend fördert.

Vor – und Nachteile der ausgelagerten Jungrinderaufzucht Vorteile:

- der frühere Platzmangel zwang zum Verkauf von Jungrindern
- das wertvolle Zuchtmaterial kommt auf den Heimbetrieb vor der Abkalbung zurück
- bessere Selektionsmöglichkeiten bei der Zucht
- geringere Baukosten, weil auf Jungrinderstall verzichtet werden konnte
- der partnerschaftliche Aufzuchtbetrieb hat mehr Zeit für die Betreuung
- der auf die Jungviehaufzucht spezialisierte Betrieb legt besseres Futter vor
- volle Konzentrationsmöglichkeit auf die Milchproduktion
- kein Arbeitsaufwand bei der Alpung
- kein Arbeitsaufwand bei der Herbstweide der Jungrinder.

Nachteile

- bislang konnten noch keine relevanten Nachteile bemerkt werden
- allenfalls der Abschied der Kälber auf Zeit stimmt die Bäuerin etwas nachdenklich.

Autor: Dr. Karl Heinz GERHOLD, Landwirtschaftskammer Vorarlberg, Bregenz


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Aktualisiert am: 28.12.2005 15:25
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