WTO: Brasilien und Australien wollen die Doha-Runde retten

Einige WTO-Mitgliedstaaten wollen sich mit den im Juli gescheiterten Verhandlungen nicht abfinden. Besonders Brasilien, einer der Gewinner im Fall eines Abschlusses, macht Druck. Indien blockiert dagegen weiterhin.
Am Mittwoch trafen sich in Genf Vertreter aus bedeutenden WTO-Mitgliedstaaten, um nach der Sommerpause den Faden wieder aufzunehmen. Eine Lösung muss vor allem für den Außenschutz von Entwicklungsländern gefunden werden, an dem die WTO-Ministerrunde im Juli scheiterte.

Hohe Schutzzölle vermeiden

Brasilien und Australien legten am Mittwoch Vorschläge für die umstrittene besondere Schutzklausel für Entwicklungsländer vor, die von den USA wohlwollend aufgenommen wurden. Extrem hohe Schutzzölle, die zum Teil über dem Niveau der Uruguay-Runde gelegen haben, sollen in dem neuen Vorschlag vermieden werden. Im Gegenzug müssen den Entwicklungsländern andere Zugeständnisse gemacht werden. Doch bisher zeigt Indien wenig Neigung, sich an den Wiederbelebungsversuchen in Genf zu beteiligen. Der indische Handelminister Kemal Nath wurde für seine harte Haltung im Juli von der Mehrheit in seinem Lande gelobt. In den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr will sich Nath als Retter der Kleinbauern positionieren. Ob in Genf in den kommenden Wochen Termine für die WTO-Handelsausschüsse anberaumt werden, steht nach dem Auftakt in den vergangenen Tagen noch nicht fest. (AIZ)


Aktualisiert am: 22.09.2008 08:56

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