WELT Ei TAG am 12. Oktober

Seit 1. Jänner gilt das Käfigverbot für Legehennen in ganz Europa. Trotzdem nehmen es Eierproduzenten in einigen Ländern nicht so genau.
In der EU ist die Käfighaltung von Hühner seit Anfang 2012 verboten. Dennoch sieht die Praxis anders aus.
In der EU ist die Käfighaltung von Hühner seit Anfang 2012 verboten. Dennoch sieht die Praxis anders aus.
Immer noch werden in der EU 40 Mio. Legehennen in mittlerweile illegalen Käfigen gehalten werden.
Rund 1,6 Mrd. Eier legen Österreichs Hennen jährlich. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt sehr konstant bei rund 232 Eiern. Durchschnittlich 22,14 Euro gab ein österreichischer Haushalt 2011 für Eier aus.

Eier aus Bodenhaltung werden am meisten gekauft
Rund 680 Millionen Eier im Wert von 158 Millionen Euro wandern in Österreich über den Ladentisch, rund 80 % über den Lebensmitteleinzelhandel, der Rest über alternative Bezugsquellen wie Märk-te, Ab Hof-Einkauf oder Zustellung direkt vom Bauern. Käfigeier sind im Supermarkt gänzlich ver-schwunden. Den Löwenanteil nach Haltungsform nimmt mengenmäßig die Bodenhaltung.

Eier mit ruhigem Gewissen genießen
Den Ruf als Cholesterinbombe haben Eier völlig zu Recht schon abgelegt. Ein Dotter deckt zwar 80 % der empfohlenen, täglichen Cholesterinzufuhr, doch der Körper weiß mit einer höhen Zufuhr gut umzugehen. Der Cholesterinspiegel ändert sich auch nach mehreren Ostereiern bei gesunden Menschen kaum. Eier kann man mit gutem Gewissen genießen, denn sie haben den höchsten Proteingehalt, den ein einzelnes Lebensmittel überhaupt haben kann. Die essentiellen Aminosäuren sind in einem ähnlichen Mengenverhältnis wie im Körpereiweiß des Menschen enthalten. Dazu kommen außerdem wertvolle Mineralien und Spurenelemente wie Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kalium und Natrium.

Käfighaltungsverbot in der EU
Die Europäische Kommission hat gegen 13 Mitgliedsstaaten (Belgien, Bulgarien, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Zypern, Lettland, Ungarn, die Niederlande, Polen, Portugal und Rumänien) ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet. „Für die österreichischen Legehennenhalter ist das nur ein schwacher Trost, solange in der Hälfte der EU weiterhin illegale Billigeier produziert werden. Bis Strafen fällig werden, dauert es lange. Die Kommission hofft, dass die säumigen Länder die Hühner-Haltung im Laufe des Verfahrens an die neue Tierschutzgesetzgebung anpassen. Wenn schon auf EU-Ebene solche Methoden nicht sofort geahndet werden können, so muss Österreich selbst aktiv werden, und über die Kennzeichnungspflicht den Konsumenten die Chance geben, Produkte
aus Käfigeiern beim Einkauf oder in der Gastronomie zu meiden“, forderte Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschafskammer Österreich.

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Aktualisiert am: 09.10.2012 18:05
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