Vorvertrag - Vier auf einen Streich

Schließt der Landwirt einen Vorvertrag ab, sichert er damit vier unterschiedliche Problembereiche ab: Den Warenpreis, den Preisabstand zur Terminbörse, Liquidität bereits zur Ernte und Lagerbedarf ist verringert. Das Beispiel Raps zeigt, worauf es ankommt.
Vorverträge tragen auch einen Teil zur Lösung des Doppel L –Problems (Beschaffung von Liquidität und Freisetzung von Lagerraum) bei.
Vorverträge tragen auch einen Teil zur Lösung des Doppel L –Problems (Beschaffung von Liquidität und Freisetzung von Lagerraum) bei.
Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bleibt ungewiss, ob der Landhändler oder der Landwirt daraus Vorteile ziehen. Denn nur wenn die Notierungen seit Vorvertragsbeginn nachgeben, macht der Landwirt Gewinn.
Verträge dieser Vermarktungsform, so auch beim Raps, werden vorwiegend in den ersten 28 Jahreswochen abgeschlossen. Kommt es beim Abschluss solcher Geschäfte in bestimmten Kalenderwochen in der Vergangenheit zu regelmäßigen Gewinnen, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch künftig eintritt. Lässt sich das herauszufinden, verheißt das zusätzlichen Profit.
Definitionsgemäß handelt es sich beim Verkauf über Termingeschäfte, wozu auch der Verkauf über Vorverträge zählt, um ein zwei- oder mehrseitiges Rechtsgeschäft mit einer zeitlich versetzt zu erbringenden Leistung. Die ausgehandelten Bedingungen richten sich nach den persönlichen Gegebenheiten aller Vertragsparteien. Beim Terminkontrakt hingegen sind die Vertragsbedingungen standardisiert und basieren unter anderem auf einer Mindestmenge bzw. einem Vielfachen davon. Dazu kommt zwingend die Hinterlegung von Sicherheiten, meist in Form von Geld.
30 Euro/t durchschnittliche Preisschwankungen im Zeitabschnitt von Jänner bis zur Ernte im Beobachtungszeitraum von 2003 - 2010 verlangen geradezu eine Preisabsicherung, zumindest für einen Teil der voraussichtlichen Erträge. Ist ein solches Geschäft abgeschlossen, bleibt der Landwirt danach aber auch vom Vorteil steigender Notierungen ausgeschlossen. Insbesondere im letzten Jahr war diese Entscheidung bei Terminverkäufen für die Ernte 2010 nachteilig.

Fazit
Vorverträge werden zunehmend als Vermarktungsinstrument insbesondere bei Raps genutzt. Steht deren Erfüllung zur Ernte an, verschafft das dem Landwirt Liquidität und er verfügt damit zusätzlich über freien Lagerraum. Andererseits gilt es, möglichst zu den Terminen, die den größtmöglichen Gewinn in der Vergangenheit erreichten, auch in der Zukunft abzuschließen. Letztlich entscheiden aber über die Vorzüglichkeit dieser Vertragsform sowohl die künftige Rapspreisentwicklung wie die Höhe der Ankaufspreise für diese Druschfrucht in der eigenen Region.

Mehr über den besten Zeitpunkt zum Abschluss eines Vorvertrages erfahren Sie in der Ausgabe 5 auf den Seiten 6-7.

Autor: Joachim RUHMANN, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR), Bad Kreuznach (D)


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Aktualisiert am: 18.02.2011 10:34
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