Vor Austrieb die Parasiten killen

Viele Rinder sind von Parasiten befallen, die sich bei entsprechender Weidevorbereitung eindämmen ließen. Entwurmung und Auszäunen von Feuchtstellen sind einfache, aber wichtige Prophylaxemaßnahmen.



An solchen Morasten fühlen sich Parasiten wohl – deshalb Rinder fern halten.
An solchen Morasten fühlen sich Parasiten wohl – deshalb Rinder fern halten.
Parasiten leben auf Kosten des Wirtes und schädigen ihn. Sie leben auf der Oberfläche (Ektoparasiten) oder im Körper (Endoparasiten). Ob es bei Einzeltieren oder bei allen Tieren eines Bestandes zu klinischen Erscheinungen kommt, hängt von mehreren Faktoren ab.

Faktoren, die das Auftreten von Parasiten fördern:

  • Ein hoher Tierbesatz je Flächeneinheit kann zu erhöhtem Infektionsdruck und in Folge zu einer starken Verseuchung der Weide mit Parasiten führen.
  • Für gewisse Parasiten und Zwischenwirte günstige Umweltbedingungen sind zB feuchte Weidestellen oder Moraste.
  • Beweiden von Risikoflächen durch Jungtiere: Sie sind am stärksten gefährdet, weil bei ihnen das Immunsystem noch „untrainiert“ ist.
  • Unkontrollierter und ungezielter Einsatz von Antiparasitika fördern die Resistenzbildung.
  • Unkontrollierte Zukäufe.
  • Mangelernährung (Vitamine und Mineralstoffe), Stress.


Oft werden die Folgen des Parasitenbefalls nicht sofort sichtbar, obwohl es schon zu Leistungsminderungen kommt. Ektoparasiten stellen vor allem während der Stallhaltungsperiode ein Problem dar, Schäden durch Endoparasiten treten zur Weideperiode bzw. auch erst im Spätherbst oder Winter auf.

Ein Befall mit Parasiten lässt sich durch eine parasitologische Kotuntersuchung feststellen. Nachdem die Wurmeier aber nicht kontinuierlich ausgeschieden werden, ist es ratsam, bei verdächtigen Tieren und einem negativen Ergebnis der Kotuntersuchung eine Wiederholungsuntersuchung nach ein bis zwei Wochen durchzuführen.

Im Rahmen der Schlachtung weisen Veränderungen, die durch die Körperwanderung (v.a. Lungenwurm und großer Leberegel) erfolgten, auf einen Parasitenbefall hin.

Autor: Dr. Leopold Podstatzky, HBLFA Raumberg-Gumpenstein, Wels


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Aktualisiert am: 07.04.2005 14:15
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