Vollkostenrechnungen in der Schweineproduktion

Fruchtbarkeits- oder Mastleistungen sagen nur wenig über den Betriebserfolg aus. Auch die Direktkosten freie Leistung ist nur die halbe Wahrheit. Nur die Berechnung aller Vollkosten gibt vollständige Klarheit über die wirtschaftliche Situation Ihres Betriebs.
Durch Minimierung der Saugferkelverluste steigt der Erlös, die Rentabilität der dazu nötigen Investitionen orientiert sich normalerweise am Ferkelpreis.
Durch Minimierung der Saugferkelverluste steigt der Erlös, die Rentabilität der dazu nötigen Investitionen orientiert sich normalerweise am Ferkelpreis.
Der Blick auf Leistungsfaktoren, auf die optimale Vermarktung, auf eine effiziente Fütterung oder die Aufrechterhaltung einer hohen Gesundheit ist nur ein Teil des Optimierungsprozesses. Gerade, aber nicht nur, in Zeiten schlechter Preisphasen, in der sich viele Betriebsleiter mit Finanzierungsreserven und Möglichkeiten der Liquiditätsüberbrückung befassen müssen, hat auch die Vollkostenkalkulation große Bedeutung. Zur Kalkulation der notwendigen Erlöse müssen die Betriebsleiter auch ihre festen Kosten kennen und im Griff behalten.

Vollkostenanalyse
Für die Vollkostenanalyse werden von den Leistungen (Erlösen) die Direktkosten (variable, produktionsabhängige Kosten) abgezogen. Daraus leitet sich der Begriff „Direktkosten freie Leistung“ (DkfL) ab. Von der Direktkosten freien Leistung sind zunächst die Arbeitserledigungskosten abzuziehen, wozu u.a. der Personalaufwand für Fremdarbeitskräfte oder Maschinenaufwendungen für die Arbeitserledigung zählen.
Weiterhin sind im nächsten Schritt die Gebäudekosten in Abzug zu bringen, wozu u.a. Abschreibung, Zinskosten, Reparaturen und Versicherungen zählen.
Abschließend sind sonstige Kosten, insbesondere Gemeinkosten zu berücksichtigen, die anteilig auf die Betriebszweige aufzuteilen sind, wie bspw. betriebliche Versicherungen.
Nach diesem Rechenschritt ist man beim Gewinnbeitrag des Betriebszweiges und mit der Aufsummierung aller Gewinnbeiträge der einzelnen Betriebszweige beim Gewinn des gesamten Betriebes. Hieraus sind dann noch die Privatentnahmen sowie die Tilgung von Fremdkapital, die Entlohnung der Familienarbeitskräfte und die Eigenkapitalbildung zu bestreiten.

Fazit
Die Nutzung der vorhandenen Dokumentation und die detaillierte Analyse der Daten sind die Voraussetzung, um Schwachstellen und bestehendes Optimierungspotential aufzudecken. Für die produktionstechnischen Abläufe sind Mast- und Sauenplaner sinnvolle Hilfsmittel zur Produktionsoptimierung. Dort wo Soll-Ist-Abweichungen bestehen, muss gegengesteuert werden. Auch die Festkosten müssen ständig angepasst werden. Die Einrichtung verschiedenster Konten und Unterkonten ermöglicht eine detaillierte Zuordnung, Darstellung und Analyse aller Kosten- und Erlöspositionen. Damit wird die Grundlage geschaffen, um auch die Festkosten zu beeinflussen und anzupassen.

Autor: Dr. Günter GRANDJOT, landwirtschaftlicher Sachverständiger und Berater, Bohlsen (D)


Aktualisiert am: 04.09.2009 12:59
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