Volle Interventionslager erfordern langfristige Maßnahmen

Noch wurde kein Magermilchpulver aus der Intervention verkauft, der Verkauf von Butter ging zurück während Käse deutlich fester dotierte. COPA und COGECA fordern langfristig stabilisierende Maßnahmen . Die EMB fordert eine Gruppenfreistellung.
Insgesamt ist die Marktlage bei Milchprodukten stabiler geworden, wie auch die steigenden Käsepreise zeigen.
Insgesamt ist die Marktlage bei Milchprodukten stabiler geworden, wie auch die steigenden Käsepreise zeigen.
Die Europäische Kommission hält sich beim Verkauf von Magermilchpulverbeständen aus der Intervention weiter zurück. Der gebotene Höchstpreis von 2,15 Euro/kg war der Brüsseler Behörde zu wenig. Dieses Gebot liege immer noch sowohl unter dem EU-Durchschnittspreis für Lebensmittelqualität als auch unter der Futtermittelnotierung, hieß es. Damit sind die Lager weiter prall gefüllt. Der Verkauf von Butter verlor an Fahrt: Von den noch zur Verfügung stehenden 1 750 t wurden lediglich gut 200 t abgegeben. Den Zuschlag erhielt das Höchstgebot von 3,61 Euro/kg. Für die nächste Ausschreibung am 20. Juli stehen noch 1 545 t Butter und 79 553 t Magermilchpulver zur Verfügung. Unterdessen zogen die Preise für Milchprodukte überwiegend weiter an. Butter legte zum 4. Juli im Wochenvergleich um 1,2 % auf EU-weit durchschnittlich 3,58 Euro/kg zu. Magermilchpulver verteuerte sich nur um 0,2 %, auf 2,32 Euro/kg, während Trockenmilch mit vollem Fettgehalt zu unverändert 2,93 Euro/kg gehandelt wurde. Bei Käse wurde Emmentaler deutlich fester notiert: 4,64 Euro/kg waren 3,8 % mehr als in der Vorwoche. Die insgesamt stabile Marktlage bei Milchprodukten spiegelte sich auch darin wieder, dass die Kommission zum ersten Mal seit Wiedereinführung der Ausfuhrerstattungen Anfang 2009 keine Anfragen nach Exportzuschüssen für Butter oder Magermilchpulver erhielt.

Bestände mit Umsicht verwalten
COPA und COGECA forderten für den Milchmarkt langfristige Maßnahmen. Extreme Marktschwankungen sollen verringern und ein fairer Erzeugerpreis sicher gestellt werden. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Milch“, Henri Brichart richtete an die Kommission den Appell, die EU-Interventionsbestände weiterhin mit Umsicht zu verwalten, um den Markt nicht erneut zu stören. Bricharts Stellvertreter Mansel Raymond ergänzte, dass freiwillige Verträge mehr Transparenz bei den Milchpreisen schaffen würden. Ferner unterstrichen COPA und COGECA dass die Nachhaltigkeit der Milchproduktion sich über Genossenschaften, die sich im Besitz von Landwirten befänden, besser gewährleisten lasse.

Lösung Gruppenfreistellung?
Das European Milk Board (EMB) tritt für eine Gruppenfreistellungsverordnung ein. Diese Ausnahme aus dem Kartellrecht erlaube es Milcherzeugern, sich unabhängig von den Molkereien zusammenzuschließen und gemeinsame Vermarktungsregeln zu gestalten. „Diese Verordnung ist eine wichtige Voraussetzung für das Verhandeln auf Augenhöhe zwischen Milcherzeugern und Molkereien“, erklärte EMB-Vizepräsidentin Sieta van Keimpema. Die Organisation verspricht sich davon, Vermarktungsnachteile bei Rohmilch auszugleichen und künftig einen „unverfälschten Wettbewerb zwischen Milcherzeugern und Molkereien“ zu sichern. Ferner werde der Wettbewerb zwischen den Molkereien um die Rohmilch geschürt.


Aktualisiert am: 08.08.2016 12:41
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