Viel Milch aus Gras produzieren

Alois Dick, Referent beim Landwirt- Agrarforum Rind, setzt seit 4 Jahren auf Kurzrasenweide. Mit der Weide und möglichst langlebigen Kühen will er die Produktionskosten und die Arbeitsbelastung gering halten.
Alois Dicks Kühe produzieren nun schon seit 4 Jahren den Großteil ihrer Milch aus Gras - das Konzept hat sich bewährt.
Alois Dicks Kühe produzieren nun schon seit 4 Jahren den Großteil ihrer Milch aus Gras - das Konzept hat sich bewährt.
Seit 4 Jahren hält Alois Dick seine Herde in den Sommermonaten auf einer Kurzrasenweide. Nach einer Umstellungsphase von etwa einer Woche stellt er die Zufütterung ein. Bis Oktober grasen die Kühe des Betriebes auf ihren zwei Weiden rund um den Hof. Tagsüber sind sie auf einer 5 ha-Koppel beim Stall und während der Nacht auf einer 4 ha großen Weide auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Bereits seit 1994 wird der Betrieb biologisch bewirtschaftet.

Hohe Harnstoffwerte
„Wenn ich die Kühe im April austreibe, sollen sie trächtig sein, weil es in der reinen Weidephase schwierig ist, die Kühe trächtig zu bekommen“, erklärt Alois Dick. Er führt das auf die hohen Harnstoffwerte zurück. Viele Vollweidebetriebe haben einen Sprungstier mit der Herde laufen. Als Züchter will Alois Dick jedoch gezielt anpaaren.

Arbeit erleichtert
Die Winterfütterung hat sich Familie Dick vor 8 Jahren durch den Kauf eines Dosierwagens zur Silovorlage enorm erleichtert. Diesen befüllen sie mit dem Hallenkran aus den Hochsilos. Der Zeitaufwand für die Fütterung hat sich durch den Wagen auf 10 Minuten reduziert. Auch die Heufütterung ist mit der Heuzange kräfteschonend. In der Wintersaison füttert Alois Dick den Kühen maximal 5,5 kg Kraftfutter pro Kuh und Tag über den Transponder zu, der 1988 eingebaut wurde. Ansonsten ist der Laufstall, den Alois Dick Senior bereits 1971 errichtete, unverändert geblieben. Er besichtigte damals Betriebe in Deutschland und merkte, dass die Zukunft der Milchviehhaltung der Laufstall sein wird. Die Liegeboxen sind Hochboxen und werden mit Strohhäcksel eingestreut. Auch der Melkstand ist 40 Jahre alt. Nur die Melktechnik im Doppel-3er-Swing-Over hat Familie Dick in der Zwischenzeit ausgetauscht.

Langlebige Kühe
Nicht nur der Stall, sondern auch die Kühe am Betrieb sollen langlebig sein. Dabei sei das wichtigste Kriterium die Aufzucht. „Die Kalbinnen dürfen auf keinem Fall zu fett werden, da darunter speziell die Euterqualität und Fruchtbarkeit und damit die Lebensdauer leidet“, erklärt der Rinderzüchter. Den Sommer über sind die Jungrinder auf der eigenen Alm. Die Kühe bleiben am Hof. Alois Dicks Wunschkuh ist eine mittelrahmige Kuh mit hoch aufgehängten Eutern und einem trockenen Fundament. „Die gesamte Herde hat einen hohen Anteil an Montbeliarde-Blut, da ich die Euter und die Milchleistung der Kühe durch das Einkreuzen verbessert habe“, erklärt Alois Dick. Die Besamungen teilen sich auf die Rassen Fleckvieh, Montbeliarde und Red Friesian zu je einem Drittel auf.

Die Präsentation von Alois Dick finden Sie hier


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Aktualisiert am: 25.01.2011 10:50
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