Viehwirtschaftlichen Fachtagung 2010 am LFZ Raumberg-Gumpenstein

Die Themen der 37. Viehwirtschaftlichen Fachtagung spannten einen weiten Bogen von der Verdauung, über das Projekt Gesundheitsmonitoring Rind bis zur Heumilchfütterung.
Das Programm von Tag 1 spannte einen weiten Themenbogen von Physiologie und Verdauung bis zum Gesundheitsmonitoring Rind (vlnr.): Dr. Vinzenz Loimayr, Ing Johannes Gstöhl, Dr. Christa Egger-Danner, Dr. Konrad Blaas, Dr Gerhard Breves, DI Karl Zottl und Univ.-Doz. Dr. Leonhard Gruber.
Das Programm von Tag 1 spannte einen weiten Themenbogen von Physiologie und Verdauung bis zum Gesundheitsmonitoring Rind (vlnr.): Dr. Vinzenz Loimayr, Ing Johannes Gstöhl, Dr. Christa Egger-Danner, Dr. Konrad Blaas, Dr Gerhard Breves, DI Karl Zottl und Univ.-Doz. Dr. Leonhard Gruber.
Die Viehwirtschaftliche Fachtagung 2010 startete mit sehr anspruchsvollen Vorträgen zum Thema „Physiologie und Verdauung“. Hierbei behandelte Prof. Dr. Gerhard Breves von der Tierärztlichen Hochschule Hannover das Thema Energiebilanz der Milchkuh. Zu Diskussionen im Publikum führten seine Aussagen, dass seiner Meinung nach weder Fettfütterung noch Bypass-Stärke geeignet sind, um die Grundprobleme der negativen Energiebilanz der hochleistenden Milchkuh zu lösen. Dr. Leonhard Gruber vom LFZ Raumberg-Gumpenstein sprach über die richtige Beschreibung der Futterration. Prof. Wilhelm Windisch von der BOKU Wien gelang es, das komplexe Thema Mineralstoffe sehr praxisnahe darzustellen.

Gesundheitsmonitoring Rind – Stand des Projektes
Nach dem kurzen Block zum Thema Fruchtbarkeit, in dem der Ternberger Tierarzt Dr. Vinzenz Loimayr über die ständige Herausforderung der Fruchtbarkeit im Rinderstall und DI Klaus Messer über Hilfsmittel, welche die Arbeitskreisberatung zum Fruchtbarkeitsmanagement bietet, sprach, wurde über das Projekt Gesundheitsmonitoring Rind diskutiert. Dr. Christa Egger-Danner informierte über den aktuellen Stand des Projektes. Österreichweit nehmen derzeit 13.150 LKV-Betriebe am Projekt teil, wobei die westlichen Bundesländer eher unterrepräsentiert sind. Niederösterreich schaffte es bislang, 77 % der Betriebe für das Projekt zu begeistern. DI Karl Zottl vom LKV Niederösterreich schilderte, wie eine hohe Teilnahme möglich ist und erklärte die Möglichkeiten, die das RDV für Mitglieder bietet und wie die Gesundheitsmonitoring-Daten durch den LKV aufbereitet werden. Der praktische Landwirt Christian Koppensteiner aus Schweiggers berichtete, die er das Service des Gesundheitsmonitoring Rind auf seinem Waldviertler Biobetrieb umsetzt und nützt. Hierbei berücksichtigt er die umfangreichen Informationen und Auswertungen zu den Bereichen Fruchtbarkeit, Stoffwechsel und Fütterung im Herdenmanagement.

Im Block Heumilch diskutierten Vertreter der ARGE Heumilch mit den Zuhörern (vlnr.): Karl Neuhofer, Ing. Reinhard Resch, DI Marcus Urdl, DI Andreas Geisler, DI Gotthard Wirleitner und Univ.-Doz. Dr. Leonhard Gruber.
Im Block Heumilch diskutierten Vertreter der ARGE Heumilch mit den Zuhörern (vlnr.): Karl Neuhofer, Ing. Reinhard Resch, DI Marcus Urdl, DI Andreas Geisler, DI Gotthard Wirleitner und Univ.-Doz. Dr. Leonhard Gruber.
Heumilch – die „reinste“ Milch?
Am Tag 2 der Tagung hielt der engagierte Heumilchbauer und Obmann der ARGE Heumilch Karl Neuhofer ein leidenschaftliches Plädoyer für Heumilch. Neuhofer selbst bewirtschaftet in Straßwalchen einen Betrieb mit 65 Milchkühen bei einem Herdendurchschnitt von knapp 8.000 Liter Milch. „Wir wollen Heumilch nicht über Mitleid, sondern über den Mehrnutzen verkaufen“, erklärte der Landwirt den Zuhörern. Neuhofer berichtete auch, dass mittlerweile auch Landwirte aus Ostdeutschland bei ihm waren, die ihre Betriebe auf Heumilchproduktion umstellen möchten. Dass eine ostdeutsche Heumilch zur Konkurrenz zu österreichischen Heumilchprodukten werden könne, befürchten weder Obmann Neuhofer noch Andreas Geisler, der Geschäftsführer der ARGE Heumilch. Da Landwirte, die gutes Heu für eine reine Heufütterung bereiten müssen, gut funktionierende Trockungsanlagen benötigen, sprach DI Gotthard Wirleitner zum Thema „Qualitätsheu durch energieeffiziente Technik“. Zu guter Letzt stellte DI Marcus Urdl ein Projekt des LFZ Raumberg-Gumpenstein vor, das derzeit gestartet und dessen Ergebnisse ca. in drei Jahren erwartet werden. Der Titel des Projekts lautet „Einfluss des Konservierungsverfahrens von Wiesenfutter auf Nährstoffverluste, Futterwert, Milchproduktion und Milchqualität“. Am Ende der Tagung wurde in den Reihen Kritik an der so umfangreichen Darstellung der Heumilch als „Reinste Milch“, wie sie die Zuständigen bezeichnen, laut. Ein Berater der Landwirtschaftskammer meldete sich zu Wort und bat darum, die Referenten mögen auch andere Fütterungsregime als die reine Heufütterung gelten lassen, da auch diese ihre Berechtigung haben. Dies zeigt, dass die Themen an der Viehwirtschaftlichen Fachtagung den Zuhörern nicht nur präsentiert, sondern auch angeregt darüber diskutiert werden.

Fotos von der Tagung finden Sie auf der Homepage des LFZ Raumberg-Gumpenstein


Aktualisiert am: 15.04.2010 12:21
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