Vertragsangebot für 138 gekündigte Milchlieferanten

Für 138 burgenländische Milchbauern, deren Lieferverträge von der Mona Oberwart Produktions GmbH mit Wirkung Ende März gekündigt worden waren, gibt es nun ein Angebot der Milchgenossenschaft Niederösterreich (MGN).
Es kann nun doch weiter gemolken werden.
Es kann nun doch weiter gemolken werden.
Den Landwirten wird für die Dauer von 18 Monaten die Abnahme der Milch zu einem Preis garantiert, der sich zwischen dem Weltmarktpreis und jenem der Marke "Burgenland Mülch" bewegt. Im Oktober 2010 können sie dann der Genossenschaft als Vollmitglieder beitreten, gaben Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner und Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz in Oberwart bekannt.
Derzeit werden rund 5 Mio. Liter Milch zum normalen Handelspreis unter der Marke "Burgenland-Mülch" verkauft. Die restliche Produktion, etwa 10 Mio. Liter, müsse auf dem Weltmarkt platziert werden, so Falb-Meixner laut APA. Um eine Ungleichbehandlung der Bauern zu vermeiden, werde ein Mischpreis aus beiden Verkaufserlösen errechnet. Dieser werde durch Zahlungen des Landes Burgenland, der NÖM und möglicher anderer Partner aufgebessert. Das Land stelle insgesamt EUR 200.000,- als Investitionsförderung zur Verfügung, der Zuschuss der NÖM bewege sich in ähnlicher Höhe, berichtete der Landesrat.

Perspektive für Milchbauern
Die Differenz zum normalen Milchpreis soll dann bei etwa 4,5 Cent liegen. Das sei aus seiner Sicht "eine Perspektive, die unseren Milchbauern auch das Überleben ermöglicht", sagte Falb-Meixner. Je mehr Milch im Burgenland von den Konsumenten gekauft werde, desto höher bewege sich der Preis für die Milchbauern. Mit 01.04. bleibe somit "kein Liter Milch aus dem Burgenland unabgeholt".
Der Milchpreis für die Bauern werde sich nach Berechnungen der Landwirtschaftskammer für die 18 Monate der Zwischenlösung bei etwa 26 Cent brutto pro kg bewegen, so Präsident Hautzinger. Wenn sich die Situation auf dem Weltmarkt bessere, werde mit einem höheren Erlös zu rechnen sein. Die Vertragsdauer für die Milchbauern, die sich für diese Lösung entscheiden und damit auch eine Lieferverpflichtung eingehen, betrage fünf Jahre.
Nach der Ankündigung der Mona vor einem Jahr, sich aus dem Kuhmilchgeschäft völlig zurückzuziehen, hätten seitens der Molkereigenossenschaft Oberwart die Weichen für die Milchübernahme ab April 2009 gestellt werden müssen. "Leider wurden diese Verhandlungen in der damals günstigen Zeit für die Milchbauern nicht abgeschlossen und der Milchstreik im Juni trug darüber hinaus zu Irritationen bei. Nachdem der Milchmarkt und die Erzeugerpreise im letzten halben Jahr stark unter Druck gerieten, war die Verhandlungsposition unendlich schwieriger", erläuterte der Präsident.

Kritik an der IG Milch
Besonders ärgerlich seien in diesem Zusammenhang die unqualifizierten Versuche der IG Milch gewesen, "die Verhandlungen zu stören und politisches Kleingeld zu schlagen", so Hautzinger. In den Verhandlungen habe sich aber gezeigt, wer die wirklichen Vertreter und Partner der Milchbauern sind - Kammer und Genossenschaft. Der LK-Präsident bedanke sich bei Landesrat Falb-Meixner und den Vertretern der NÖM beziehungsweise der MGN "für den Willen, gemeinsam mit uns eine Lösung im Interesse der Sache zu suchen und zu finden“.

Im Anschluss an die Pressekonferenz wurden die betroffenen Landwirte über das Angebot informiert. Sie können sich nun bis 31.03. entscheiden, ob sie weiter Milch liefern, so Alfred Tellian, Obmann der burgenländischen Milchbauern, gegenüber der APA. Er rechne damit, dass ein Großteil der Landwirte das Angebot annehme. Zurzeit wisse er keine andere echte Alternative. (AIZ)


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Aktualisiert am: 31.03.2009 11:23
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