Versicherungsschutz bei einem Praktikum im Ausland

Weg von zuhause, neue Menschen kennen lernen, andere Länder sehen, die Sprache erlernen, usw. Das sind oftmals die Gründe, die junge Menschen bewegen, sich eine berufliche Beschäftigung bzw. ein Praktikum im Ausland zu suchen. Ist der Reisedrang auch noch so groß, vorher gibt es doch einige Dinge zu erledigen.
Bei einem Praktikum im Ausland nicht auf den Versicherungsschutz vergessen!
Bei einem Praktikum im Ausland nicht auf den Versicherungsschutz vergessen!
Für die Sozialversicherung ist es notwendig zu wissen, in welches Land man reist, denn hier ist eine Unterscheidung zwischen EWR-Staaten und nicht-EWR-Staaten vorgesehen. Grundsätzlich sichert die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) auf der Rückseite der e-card im Fall des Falles eine ärztliche Betreuung in den EU-Mitgliedstaaten bzw. EWR-Staaten und der Schweiz. Bei Reisen in Länder, in welchen die EKVK nicht gilt, muss man sich nach wie vor beim Dienstgeber bzw. beim zuständigen Versicherungsträger rechtzeitig einen Auslandsbetreuungsschein besorgen.

Wird ein Auslandspraktikum in einem nicht-EWR-Staat angestrebt, beispielsweise in Australien oder Neuseeland, dann verliert der sonst in Österreich als anspruchsberechtigtes Kind geltende Jugendliche, die Anspruchsberechtigung aufgrund der Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltes in einen Nicht-Vertragsstaat und ist nicht geschützt.

Soll aber nun ein Praktikum in einem EWR-Staat, wie zum Beispiel Frankreich oder Italien, absolviert werden, dann besteht – analog der Regelung bei einer Praxis in Österreich – nur dann Angehörigeneigenschaft, wenn das aus dieser Tätigkeit gebührende Entgelt unter Einrechnung allfälliger Sachbezüge die Geringfügigkeitsgrenze gem. § 5 Abs. 2 ASVG (Wert 2007: EUR 341,16) nicht übersteigt. Begründet das Praktikum eine eigene Pflichtversicherung im Aufenthaltsstaat, endet die Angehörigeneigenschaft jedenfalls mit dem Beginn dieser Versicherung. Es ist darüber hinaus aber immer ratsam, in dem Land versichert zu sein, in dem man arbeitet, wobei in anderen Staaten die Versicherung oftmals an verschiedenste Faktoren, wie z.B. auch die Höhe des Entgelts oder aber auch die Art und/oder Dauer der Tätigkeit, den rechtlichen Status des Dienstgebers, usw. gebunden ist.

Hinsichtlich der Unfallversicherung gibt es für Praktikanten im Ausland seitens der SVB keinen gewährleisteten Schutz. Hier gilt es privat vorzusorgen, damit es etwa bei einem Arbeitsunfall im Ausland zu keinen bösen Überraschungen kommt.
Eine individuelle Beratung durch die Sozialversicherung beim Sprechtag oder in den Regionalbüros ist darüber hinaus aber empfehlenswert.


Aktualisiert am: 11.07.2007 08:58
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