Vermahlungsgrad von Getreide: 4 mm-Siebe im Vorteil

Die Futterstruktur des Getreides in selbstgemischtem Schweinefutter hat großen Einfluss auf den Erfolg in der Sauenhaltung und in der Mast. Versuche im Fachzentrum für Schweinehaltung in Schwarzenau liefern nun deutliche Anhaltspunkte für die Verwendung eines 4 mm-Siebes.
Das 4 mm-Sieb schnitt in der Untersuchung deutlich besser ab als Varianten mit 2, 3, 5 Lochung. Weiterer Einflussfaktor ist die Mühlendrehzahl. Erstes Fazit des Versuches: „Das Verwenden von 4mm- bzw. 6 mm-Sieben und geringen Mühlendrehzahlen hatte im Versuch keine Leistungseinbußen zur Folge. So brachte gröberes Schroten im Verdauungsversuch keine Einbrüche der Energiekonzentration.“ Der Siebgröße sind trotz höherer Durchsatzleistung je Stunde Grenzen gesetzt: Ganze oder halbe Körner soll die Futterration nicht enthalten; die Körner müssen schon feiner gemahlen werden, wobei „Der Anteil der Feinstpartikel unter 50 % liegen sollte.“

Gröberes Futter bringt Vorteile in der Tiergesundheit

Der Anteil der Mischung unter einem Millimeter und der Anteil über zwei Millimeter sollten jeweils 25 Prozent nicht überschreiten. Ist das Futter zu fein, steigt die Staubbelastung im Stall und es kommt zu Magenschleimhautreizungen. Magengeschwüre und –blutungen sind die Folge und der Energieverbrauch für das Schroten steigt.
Der Anteil der Mischung unter einem Millimeter und der Anteil über zwei Millimeter sollten jeweils 25 Prozent nicht überschreiten. Ist das Futter zu fein, steigt die Staubbelastung im Stall und es kommt zu Magenschleimhautreizungen. Magengeschwüre und –blutungen sind die Folge und der Energieverbrauch für das Schroten steigt.
Für grob gemahlenes Futter spricht neben der besseren Magengesundheit durch weniger Magengeschwüre die verbesserte Darmfunktion und das geringere Salmonellen-Risiko. Daneben sinkt in bei grob geschrotetem Futter die Ammonikafreisetzung. Der Kot der Tiere ist weicher, und „im Dickdarm werden positive Bakterien gefördert. Auf der anderen Seite weist grob gemahlenes Futter eine schlechtere Verdaulichkeit auf. Vergleicht man die Verdaulichkeiten der Nährstoffe bei 2 mm-Sieb (89 % Verdaulichkeit) und maximaler Mühlendrehzahl mit dem 4 mm-Sieb (85 bzw. 86 %), so beträgt der Unterschied in der Verdaulichkeit 3 bis 4 %. „Ähnlich hoch ist die Verdaulichkeit beim 6 mm-Sieb und reduzierter Drehzahl. Alle Rationen lagen somit über der für Ferkelaufzuchtfutter geforderten Verdaulichkeit von 82 %.“ Berechnet man an Hand des Verdaulichkeitskoeffizienten den Energiegehalt der Rationen, so ergeben sich bei 2 mm-Lochung 13,3 MJ ME/kg Frischmasse; bei 4 und 6 mm-Sieben 12,8 MJ ME sprich 12,9 MJ ME/kg Frischmasse. „Bei der praxisrelevanten Sieblochung von 4 mm liefern sowohl hohe als auch niedrige Mühlendrehzahlen passende Verdauungswerte und Energiegehalte.“ Die Drehzahlen liegen im Bereich von 2500 bis 2900U/min. Diese Vorgehensweise ist einfacher als der ständige Wechsel der Siebe in der Futtermühle.
(Quelle: „Grobes Schroten bringt mehr Futterstruktur“ von Dr. Wolfgang Preißinger, Dr. Hermann Lindermayer und Günther Propstmeier in top agrar 11/09, S. 20 - 22)


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Aktualisiert am: 07.11.2009 11:02
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