„Verkauft doch gescheiter Blumen!“

Familie Knoll bewirtschaftet einen Haupt- und zwei Teilbetriebe mit dem Schwerpunkt Direktvermarktung von Brot und Rindfleisch. Aufgrund der erschwerten Bedingungen - der zum größten Teil im Naturschutzplan befindlichen Flächen - riet ihnen ein Bekannter die Tierhaltung aufzugeben und die Orchideen von den Wiesen zu verkaufen. Doch die Familie entschied sich anders.
Mit dem neu gebauten Rinderstall konnte Familie Knoll die Schlachtleistung der Tiere steigern.
Mit dem neu gebauten Rinderstall konnte Familie Knoll die Schlachtleistung der Tiere steigern.
„Meine Tante hat uns den Anstoß für die biologische Betriebsweise gegeben“ meint Elfriede Knoll. 1988 absolvierte die Familie den Umstellungskurs und sind seither aktiv im Verband tätig. Nach Betriebsbesichtungen mit dem Arbeitskreis entstand die Idee des Brotbackens und der Vermarktung. Gleichzeitig baute die Familie den Zweig der Mutterkuhhaltung auf. 1997 errichteten sie einen Kühl- und Zerlegeraum. Gemeinsam mit elf anderen Bauern gründeten sie die Verbraucher-Erzeuger-Interessensgemeinschaft Gölsen-Traisental (kurz VEIT). Der Bauernladen entwickelte sich sehr gut und ist mittlerweile als Gewerbe gemeldet. „Wir haben einfach zur richtigen Zeit Werbung gemacht. Es galt nur Mut zu haben“ so die Landwirte. Für sie was es wichtig bei verschiedenen Märkten und Veranstaltungen präsent zu sein, da das Geld für professionelle Werbung fehlte. So steigerten sein den Bekanntheitsgrad des Bauernladens.

Arbeit ist nie zu Ende
Für die Zukunft hat sich Familie Knoll große Ziele gesteckt. Um die vorhandene Futtermenge besser auszunützen, wird die Familie den Mutterkuh-Bestand in den nächsten Jahren kontinuierlich aufstocken und die Jungviehaufzucht auf einen der Teilbetriebe verlegen. Weiters möchte die Familie Energie-unabhängig werden und den Strom aus der Sonne gewinnen. „Derzeit haben wir im Stall eine Wasserheizung, der Energieverbrauch ist natürlich erhöht. Hier planen wir eine Änderung. Außerdem möchte unser Sohn im Forstbereich stärker tätig werden. Auf jeden Fall werden wir keine Blumen von unseren Wiesen verkaufen, sondern unseren Weg weitergehen.“

Autorin: Angelika KONRAD, St. Peter Freienstein


Aktualisiert am: 06.04.2007 11:35
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