Verbot von Neonicotinoiden im Freiland?

Die EU-Kommission schlägt vor, die Neonicotinoide in allen Freilandanwendungen zu verbieten. Das erreicht sie aber nur, wenn die Mitgliedsstaaten sich mehrheitlich hinter den Kommissionsvorschlag stellen. Tun sie das nicht, so kann das Verbot verhindert werden.
Die Rübenproduktion würde mit dem Wegfall der neonicotinoiden Beize deutlich schwieriger werden. Foto: rsooll/shutterstock.com
Die Rübenproduktion würde mit dem Wegfall der neonicotinoiden Beize deutlich schwieriger werden. Foto: rsooll/shutterstock.com
Die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam sollen im Freiland nun endgültig verboten werden. Davon betroffen sind neben Obst- und Gemüsekulturen die Wintergerste und die Rübe. Hier schützen die Wirkstoffe als Beize die Pflanze im Jugendstadium vor Insektenschädlingen. Sollte das Verbot tatsächlich mit Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden, so sind sicherlich bei der Zuckerrübe größere Probleme - ähnlich wie bei Raps – zu erwarten. Es werden vermehrte Überfahrten mit Insektiziden notwendig sein um den Schädlingen Herr zu werden.

Keine wissenschaftliche Basis
Die Vorschläge zum Verbot basieren auf den Risikobewertungen des sogenannten "Bee Guidance Documents". Die Anforderungen dieses Dokuments sind praktisch aber kaum umsetzbar. Aus diesem Grund wurde dieses Dokument bisher von den EU-Mitgliedsstaaten abgelehnt. Doch wie schon die Debatte um Glyphosat zeigte, sind die wissenschaftlichen Grundlagen für eine Diskussion nicht mehr zwingend erforderlich. Im Gegensatz zu den Kampagnen diverser NGO-Organisationen haben die Landwirte die bisherigen Einschränkungen fast widerspruchslos zur Kenntnis genommen. Doch um Gehör zu finden, müssen Landwirte zukünftig auch bereit sein, für die nötigen Produktionsmittel und vor allem für eine faire Behandlung einzutreten. Auch die politischen Vertreter brauchen den Rückhalt der Landwirte.


Aktualisiert am: 05.01.2018 09:53