Verbot neonicotinoider Wirkstoffe: Welche Möglichkeiten haben Sie nun?

Ab 1. Januar 2014 dürfen die neonicotinoiden Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam nur noch stark eingeschränkt angewendet werden. Die Regelungen gelten vorerst für zwei Jahre. Das Verbot gilt sowohl für den Verkauf als auch die Anwendung bzw. die Aussaat des damit behandelten Saatgutes.
Vor allem Erdflöhe werden im Raps vermehrt Probleme bereiten. Zur Bekämpfung stehen nur mehr synthetische Pyrethroide zur Verfügung.
Vor allem Erdflöhe werden im Raps vermehrt Probleme bereiten. Zur Bekämpfung stehen nur mehr synthetische Pyrethroide zur Verfügung.
Die genannten Wirkstoffe dürfen in Kulturen, die von Bienen nach der Anwendung beflogen werden, nicht mehr eingesetzt werden. Betroffen ist sowohl die Anwendung als Beize als auch die Ausbringung zur Blattbehandlung. Der Einsatz in Zuckerrübe, Kartoffel, Wintergetreide und in Gewächshäusern ist weiterhin möglich. Auch ein Einsatz in Kulturen, die vor der Blüte geerntet werden ist erlaubt (z.B. Zwiebel).

Betroffene Beizmittel

Betroffen sind die Beizen Gaucho 600 FS in Mais und Ölkürbis, Chinook in Raps (in dieser Kultur gibt es dann keine insektizide Beize mehr), Poncho in Mais und Mohn sowie Cruiser 350 FS in Mais. Eine Blattbehandlung mit Confidor 70 WG ist in allen Kulturen verboten, die nach der Behandlung von Biene beflogen werden (z.B. Gurke, Zucchini, diverse Zierpflanzen).

Mais- und Rapsanbau

Für den Maisanbau bedeutet dies, dass eine Beizung gegen Drahtwurm und Maiswurzelbohrer nicht mehr möglich sein wird. Der Maiswurzelbohrer kann mit Fruchtfolge einigermaßen unter Kontrolle gehalten werden. Leider gilt das Verbot auch für die Saatmaisproduktion, wo Fruchtfolge sehr schwer möglich ist. Die Bekämpfung von Drahtwurm wird in Zukunft deutlich schwieriger. Mit Fruchtfolge kann dieser nicht bekämpft werden, mit dem Insektizid Agritox steht noch ein Produkt zur Verfügung, das jedoch vor der Saat gespritzt und eingearbeitet werden muss und dessen Wirkung in der Praxis nicht immer zufriedenstellend ist. Kalkstickstoff hat eine Nebenwirkung mit ca. 200 kg/ha. Vorbeugend können die Larven im August durch mehrmalige Bodenbearbeitung dezimiert werden.
Im Rapsanbau werden Erdflöhe deutlich schwieriger zu bekämpfen sein. Sowohl der Rapserdfloh als auch diverse Kohlerdflöhe können bei nicht rechtzeitiger Behandlung schwere Schäden anrichten. Ab Auflaufen der Keimlinge müssen v.a. bei warmen und trockenen Bedingungen die Felder regelmäßig kontrolliert und bei stärkerem Befall (die Kontrolle mittels Gelbschalen ist schwierig) mit zugelassenen synthetischen Pyrethroiden behandelt werden. Andere Wirkstoffgruppen stehen leider nicht zur Verfügung. Ähnliches gilt für den Mohnanbau, wo nur ein Produkt zur Erdflohbehandlung zugelassen ist.

Getreide und andere Kulturen

In anderen Kulturen ist die Anwendungen auch als Blattbehandlung nur erlaubt, wenn nachher keine Bienen diese befliegen. In Sommergetreide ist keine Anwendung mehr möglich. Nicht betroffen sind die anderen nicht bienengefährlichen neonicotinioden Wirkstoffe Thiacloprid (Biscaya, Calypso) und Acetamiprid (Mospilan 20 SG).

Autor: DI Hubert Köppl

Autor:
Aktualisiert am: 29.05.2013 13:27
Landwirt.com Händler Landwirt.com User