Verbot der Leistungsförderer - was dann?

Mit Ende dieses Jahres wird auch die Zulassung der letzten vier antibiotischen Leistungsförderer (aLF) in der EU auslaufen. Welche Auswirkungen und welche Änderungen in der Tierhaltung zu erwarten sind, soll in diesem Artikel erläutert werden.

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Ein ausgefeiltes Hygienesystem, kombiniert mit Futterzusatzstoffen, kann die Vorteile der Antibiotischen Leistungsförderer ausgleichen.
Ein ausgefeiltes Hygienesystem, kombiniert mit Futterzusatzstoffen, kann die Vorteile der Antibiotischen Leistungsförderer ausgleichen.
Die Diskussionen rund um das Verbot der antibiotischen Leistungsförderer (aLF) waren wieder einmal, wie so oft bei Fragestellungen rund um die Nutztierfütterung und –haltung, emotionell geprägt. Zu guter Letzt wäre es politisch unmöglich gewesen, das EU-weite Verbot dieser Futtermittelzusatzstoffe nicht auszusprechen. Aus Sicht der Tierhaltung gibt es aber sehr wohl positive Argumente für die Verwendung der aLF: aLF haben nach wie vor das Potenzial, die Zuwachsleistung um zumindest fünf bis zehn Prozent zu steigern bzw. die Futterverwertung um drei bis acht Prozent zu verbessern. Aus rein ökonomischer Sicht schmerzt der Wegfall von „Betriebsmitteln“ mit dieser Effizienz – nicht nur in der Landwirtschaft. Es liegt jetzt an uns, die wir in und um die Landwirtschaft arbeiten, diesen Verzicht auf aLF entsprechend zu vermarkten. Für den Konsumenten sollte klar ersichtlich werden, dass wir jetzt nicht „Antibiotikafreie Fütterung“ betreiben (das erwartet ohnedies jeder), sondern dass hoch entwickelte Futterzusatzstoffe auf natürlicher Basis verbunden mit Sorgfalt in der Produktion zum Ziel führen.

In Abhängigkeit vom Wirkungsort und der Wirkungsweise der Zusatzstoffe können diese entsprechend den Anforderungen am landwirtschaftlichen Betrieb eingesetzt werden. Es wird kein Universalrezept geben, um aLF zu ersetzen, sondern vielmehr betriebsindividuelle Lösungen.

Die wesentlichste Rolle in der aLF-freien Fütterung kommt jedoch dem Tierhalter selbst zu: Konsequentes Rein-Raus und die Unterbrechung der Infektionsketten im Betrieb verbunden mit guter tierärztlicher Betreuung und individuell angepasstem Fütterungskonzept werden aLF ohne Leistungseinbußen ersetzen können.

Autor: DI Franz Waxenecker

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Aktualisiert am: 25.02.2005 21:13
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