Verantwortlichkeit Tierschutz in der Steiermark übergeben

Landesrat Johann Seitinger übergibt die Tierschutzagenden an Landesrat Dr. Gerhard Kurzmann. In einer Pressekonferenz gaben die Tierschutzombudsfrau und der Landesrat einen Überblick über die letzten neun Jahre ihrer Tätigkeit.
Tierschutzombudsfrau Dr.in Barbara Fiala-Köck und Landesrat Johann Seitinger zogen bei der Pressekonferenz ein positives Fazit über die letzten neun Jahre.
Tierschutzombudsfrau Dr.in Barbara Fiala-Köck und Landesrat Johann Seitinger zogen bei der Pressekonferenz ein positives Fazit über die letzten neun Jahre.
Am 1. August 2012 werden die Tierschutzagenden von Landesrat Johann Seitinger an Landesrat Dr. Gerhard Kurzmann übergeben – damit werden alle amtlichen Schutzregime von Umwelt-, Natur- und Tierschutz unter eine Regierungsverantwortlichkeit gestellt. Der in den vergangenen neun Jahren für Tierschutz zuständige Landesrat Johann Seitinger und Tierschutzombudsfrau Dr.in Barbara Fiala-Köck präsentierten anbetrachts dieser anstehenden „Hofübergabe“ ihre Bilanz und ihre Erwartungen aus der Sicht des Tierschutzes.
„Der Tierschutz ist ein ungemein emotionales Thema. Für die einen tut man zu viel, für die anderen zu wenig. Für das Finden des richtigen Weges ist eine große Portion Hausverstand und Fachkenntnis erforderlich.", so Landesrat Seitinger. In den letzten neun Jahren wurden unter der Verantwortung von Seitinger 200 Millionen Euro in tierschutzkonforme Haltungssysteme in der Landwirtschaft und in der Heimtierhaltung investiert. Abschließend hält Seitinger fest: "Tiere verdienen sich Respekt und Würde, es sind aber keine Menschen".
Tierschutzombudsfrau Dr.in Fiala-Köck skizzierte ihrerseits, was für den Tierschutz künftig noch wesentlich wird: „Wir müssen uns auf europäischer Ebene dafür stark machen, dass alle EU-Staaten das Käfighaltungsverbot, das bei uns bereits seit 2009 gilt, umsetzen. Auch ein internationales Kontrollsystem im Bereich der Tiertransporte wird nötig sein, weil die derzeit strengen Kontrollen bei uns dazu führen, dass viele dieser Transporte einfach auf ausländische Routen ausweichen. So gesehen könnte zusammen gefasst gesagt werden, dass wir unsere hohen Standards im Tierschutz auf andere Länder ausdehnen wollen.“ Für Fiala-Köck messe sich eine humanitäre Gesellschaft daran, wie sie mit ihren Tieren umgehe. Die Tierschutzombutsfrau hält ebenfalls fest, dass Tierschutz nicht alleine am Rücken der Bauern ausgetragen werden könne, Tierfreundlichkeit koste Geld (Beispiel Abferkelbucht konventionell: 4 m², biologisch: 10 m²) und der Konsument könne sich direkt an der Fleischtheke entscheiden.
Fiala-Köck wolle auch weiterhin in konstruktiv kritischem Dialog mit Andersdenkenden bleiben.

Aktualisiert am: 18.07.2012 16:04
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