Valtra Traktor N154ED im Praxistest

„Ein Traktor mit dem man gerne arbeitet“, so lautet das einhellige Urteil unserer Testfahrer über den Valtra N154ED. Ausschlaggebend ist das neue Bedienkonzept Smart Touch. Vieles gibt es à la carte, aber nicht alles ist so smart wie die Bedienung.
Der Vierzylinder-Traktor N154ED hat ein starkes Chassis mit fast vier Tonnen Zuladung.
Der Vierzylinder-Traktor N154ED hat ein starkes Chassis mit fast vier Tonnen Zuladung.
Der N154ED ist ein typischer Valtra mit finnischen Genen: starkes Chassis, wendig, keine freiliegenden Leitungen, perfekte Rückfahreinrichtung sowie zahlreiche weitere Ausstattungsmöglichkeiten – ein Kraftbündel für alle Anforderungen! Der starke Auftritt in unserem Praxistest gab uns sogar das Gefühl, dass er auch so manchem Sechszylinder Paroli bieten kann. Die Finnen halten, was sie versprechen. In einigen Punkten übertrifft der Hersteller sogar seine eigenen Prospektangaben. Bei den meisten Traktortests sind wir mit dem Gegenteil konfrontiert. Die Schwächen dieser Maschine haben wir erst bei genauem Hinschauen und am Prüfstand entdeckt. – Und auch die werden vom Hersteller nicht geleugnet oder schöngeredet.

Starkes Chassis
Bei den Gewichten und Abmessungen erntet der N154 viel Lob. Unsere Testmaschine mit Fronthydraulik und -zapfwelle, mit Druckluftbremsanlage sowie Kabinen- und Vorderachsfederung brachte 7.065 kg auf die Waage. Bereift war unser Testtraktor vorne mit Rädern der Dimension 540/65R28. Hinten waren es 650/65R38er Reifen. Damit ist der Traktor genau 2,55 m breit. Dank dem zulässigen Gesamtgewicht von 11.000 kg kann man 3.935 kg zuladen. Damit sollte man in der Praxis selbst im Ackerbau das Auslangen finden. Auch die zulässigen Achslasten können sich sehen lassen: 5.000 kg vorne und 8.000 kg hinten.
Besonders gelobt wurde die Wendigkeit: Der Radstand von 2,67 m liegt im Durchschnitt dieser Leistungsklasse. Der N154 ist aber deutlich wendiger als der Durchschnitt. Mit eingeschaltetem Allrad beträgt der Wendekreis-Durchmesser nur 12,82 m.

Aufgeräumte Kabine mit guter Rundumsicht und top Rückfahreinrichtung für die Schubfahrt.
Aufgeräumte Kabine mit guter Rundumsicht und top Rückfahreinrichtung für die Schubfahrt.
Motor von AGCO Power
Die Vierzylinder-N-Serie von Valtra deckt mit sechs Modellen den Leistungsbereich von 105 bis 200 PS ab. Wir hatten den zweitgrößten Typ N154ED im Test. Der Buchstabe „E“ in der Typenbezeichnung steht für den „Eco-Modus“. Dieses Feature gibt es nur bei den beiden N-Modellen 114 und 154: Per Knopfdruck lässt sich Kraftstoff sparen. Hierbei steigt das Drehmoment, während die maximale Motordrehzahl um etwa 20 % sinkt. Das reduziert nicht nur den Dieselverbrauch, sondern senkt gleichzeitig auch den Verschleiß und den Geräuschpegel.
Der Vierzylinder-Motor von AGCO Power schöpft seine Kraft aus 4,9-Liter-Hubraum. Laut Hersteller sind es 110 kW/150 PS. Die Abgasstufe IV wird mit SCR (AdBlue) und einem Dieseloxidationskatalysator (DOC) erreicht.

Stufenlos „Direct“
Beim Getriebe und der Hydraulik bieten die Finnen zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. Unser Testtraktor war mit dem seit rund zehn Jahren verfügbaren stufenlosen CVT-Getriebe „Direct“ und einer umfangreichen Load Sensing-Hydraulik ausgestattet. Das Getriebe mit Motor-/Getriebemanagement und seinen vier Fahrbereichen spielt alle Stücke, die man von einem stufenlosen Fahrantrieb erwartet. Die Geschwindigkeit lässt sich über den Fahrhebel auf der Armlehne oder über das Fahrpedal regeln. Passt man die Geschwindigkeit mit dem Fahrhebel an, wird der Hebelmodus automatisch aktiviert. Die eingestellte Geschwindigkeit lässt sich mit dem Fahrpedal immer übersteuern. Zudem stehen bis zu vier Tempomatfunktionen zur Verfügung.

Hydraulik à la carte
Auch bei der Hydraulik bieten die Finnen zahlreiche Ausstattungsmöglichkeiten. Die stufenlosen „Direct“-Traktoren sind immer mit einer Load-Sensing-Pumpe ausgestattet und haben wahlweise eine Förderleistung von 115, 160 oder 200 l/min. Unser Testtraktor hatte die 160-Liter-Pumpe an Bord. Im Heck verbaut Valtra bis zu sieben Steuergeräte, vorne maximal vier. Beim „Direct“-Traktor werden diese elektronisch angesteuert. Besonderes Lob gab es für den Hydraulikassistenten: Betätigt man ein Steuergerät, erhöht der Motor seine Drehzahl bis zur maximalen Fördermenge der Hydraulikpumpe. Im Loadsensing-Betrieb steht diese Funktion leider nicht zur Verfügung.
Das viel gelobte Bedienkonzept Smart Touch: 9 Zoll großer Touchscreen-Terminal und Mulitfunktions-Fahrhebel.
Das viel gelobte Bedienkonzept Smart Touch: 9 Zoll großer Touchscreen-Terminal und Mulitfunktions-Fahrhebel.
Das geschlossene Hydrauliksystem hat einen vom Getriebe unabhängigen Ölhaushalt. Für externe Verbraucher können bis zu 47 Liter Öl entnommen werden. Über ein Zusatzsteuergerät können maximal 95,8 l/min gefördert werden. Über zwei Steuergeräte schießen bis zu 150,2 l/min durch die Leitungen.

Die smarte Kabine
Die Kabine ist nicht nur smart, sondern wurde von unseren Fahrern auch als leise empfunden. Die BLT Wieselburg hat am Fahrerohr einen Geräuschpegel von 71 dB(A) gemessen. Lob gab es auch für die Kabinen- und Vorderachsfederung sowie für den praktikablen Beifahrersitz.
Ein besonderes Highlight beim Valtra ist die Rückfahreinrichtung TwinTrac. Diese haben die Finnen vor drei Jahren bei der Einführung der Serie 4 nochmals perfektioniert. Die Übersicht und die Beinfreiheit wurden nochmals verbessert. Für die Umstellung von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt braucht man nicht einmal zehn Sekunden. Als „Vorbereitung“ muss nur der vordere Wendeschalthebel in Parkposition gebracht und der Sitz um 180° gedreht werden – fertig!
Ein Valtra lässt sich in Schubfahrt genauso einfach steuern wie vorwärts. Mitverantwortlich dafür ist auch die neue Smart Touch-Bedienung.

Mehr, über die Smart Touch-Bedienung sowie alle Testergebnisse aus der Praxis und vom Prüfstand der BLT Wieselburg, erfahren Sie in der LANDWIRT Ausgabe 17/2018.

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Aktualisiert am: 02.09.2018 10:21

Bildbericht: Valtra N154 im Test

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