VDI-MEG Kolloquium – Hochspannung in der Landtechnik

Mehr als 100 internationale Experten aus Agrarwirtschaft und -wissenschaft tauschten kürzlich ihr Wissen und ihre Erfahrungen über die Elektrifizierung der Landtechnik beim 3. VDI-MEG-Kolloquium in Dresden aus.
Umgebauter Rübenroder mit elektrischem Fahrantrieb.
Umgebauter Rübenroder mit elektrischem Fahrantrieb.
Die Landtechnik steht vor der herausfordernden Aufgabe, effiziente und produktive Maschinen zu entwickeln. Hier setzt man seit einigen Jahren auf das Thema „Elektrifizierung“. Dabei konzentriert sich die Technologieforschung auf Institute in Europa. In mehreren Vorträgen wurde dargestellt, wie die Entwicklung in anderen Bereichen der Industrie verlaufen ist, und wie man deren Erfahrungen nutzen könnte.
Am Beispiel von Verpackungsmaschinen wurde gezeigt, dass für synchrone Abläufe weiterhin mechanische Getriebe vorteilhaft sind. Traditionelle, mechanische Lösungen enthalten häufig Vorteile, derer man sich zunächst gar nicht bewusst war (Massenausgleiche, Drehzahlkopplung etc.). Kurvenbahnen können auch weiterhin über klassische Koppelgetriebe realisiert werden. Für hohe Arbeitsgeschwindigkeiten und hohe Bewegungsgüte sind Zentralantriebe (ein Motor mit mechanischer Verzweigung) immer noch prädestiniert. Effizienz bei Handhabungsgeräten kann durch Verbesserung mechanischer Strukturen gesteigert werden. Dezentrale Antriebe ermöglichen allerdings höhere Flexibilität, einen einfacheren mechanischen Aufbau, gute Prozessanpassung und Modularität der Maschinen. Nachteilig sind der hohe Rechenaufwand im Computersystem und der erhöhte Aufwand in der Produktentwicklung.

Für zwischenzeitliche Lösungen werden Zapfwellengeneratoren – sogenannte Power-Packs – angeboten.
Für zwischenzeitliche Lösungen werden Zapfwellengeneratoren – sogenannte Power-Packs – angeboten.
Zu hohe Erwartungen beim Pkw
Die Erfahrungen aus Elektrifizierung in der Automobilindustrie zeigen, dass man den Erwartungen hinterherhinkt. Problematisch sind v.a. Gewicht und Kosten (Batterien etc.). Durch die Gewichtszunahme steigt zunächst der Verbrauch!
Die verbrauchsmindernden Maßnahmen sind die Rekuperation (Wärmerückgewinnung aus heißen Abgasen), Start-Stopp, Downsizing (Verkleinerung) und stufenlose Antriebe. Ladestationen sind aus Kostengründen betriebswirtschaftlich noch nicht vertretbar. Die Sicherheitsbedenken dürfen nicht unterschätzt werden. In der Automobilindustrie ist derzeit die Enttäuschung über geringen Kundenzuspruch groß.

Über weitere interessante Themenbereiche dieser hochkarätig besetzten Tagung erfahren Sie in der Ausgabe 15/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

Aktualisiert am: 20.07.2012 22:35
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