Urlaub am Bauernhof: Die besten Rezepte für hausgemachten Erfolg

Sowohl für Erfolg als auch Misserfolg gibt es typische Muster. Aus einer Analyse des derzeit laufenden Strategieprozesses bei „Urlaub am Bauernhof Österreich“ sind im Folgenden die wichtigsten Muster zusammengefasst.
Der Charakter des Betriebes muss stimmen, oft liegt der Erfolg im Detail. Schaffen Sie ein einzigartiges Ensemble von Bausubstanz, Umland und Erlebnis.
Der Charakter des Betriebes muss stimmen, oft liegt der Erfolg im Detail. Schaffen Sie ein einzigartiges Ensemble von Bausubstanz, Umland und Erlebnis.
Manche Betriebe sind höchst erfolgreich, obwohl die Hoftafel im Eingangsbereich des eher schlichten Bauernhauses „nur 2“ Margeriten schmücken. Bei manchen Vermietungsbetrieben will sich der Erfolg nicht einstellen, obwohl von außen alles wie aus dem Schmuckkästchen aussieht: neu renoviert und bestens gepflegt. Woran mag es liegen? Erfolgreiche Betriebe befolgen nur wenige Regeln, die aber konsequent und mit Herz.

Charakter
Um hausgemachten Erfolg sicherzustellen, nehme man möglichst Bauernhöfe mit Charakter, denn die haben die stärkste Anziehungskraft für Urlaub am Bauernhof-Gäste.
Für 63 % der an Urlaub am Bauernhof-Interessierten sind Tiere und die dadurch möglichen Erlebnisse (Fütterungen, Geburten oder einfach nur das Streicheln) am Hof ein klares Entscheidungskriterium für einen Urlaub am Bauernhof. Auch der bäuerliche Alltag der Bauernfamilie will miterlebt werden: Welchen Tagesablauf haben die Gastgeber und wie leben sie ihn im Jahreskreis? Stadtmenschen, die den größten Teil des Jahres hinter dem Computer sitzen, möchten gerne einmal Hand anlegen dürfen; am Feld, im Wald, im Weingarten oder im Stall einmal richtig schwitzen – davon berichten Stadtmenschen noch Jahre später mit Stolz. Wenn die bäuerliche Atmosphäre fehlt oder gekünstelt wirkt, reagieren die Gäste sehr kritisch. Auf Höfen mit hohem Zuspruch spüren Gäste den Einklang zwischen Landwirtschaft und Vermietung. Bauer und Bäuerin stehen mit der gesamten Familie hinter der Vermietung.

Wissen
Dann nehmen sie ihr ganzes Wissen über Landwirtschaft und Natur und beginnen, den Gästen davon zu erzählen oder sie in die Bauernarbeit einzubinden.
Gäste erwarten sich von den bäuerlichen Gastgebern viel Wissen von früher und heute. Sie sind interessiert an Rezepten, Ritualen, Bräuchen, Arbeitsmethoden, Gerätschaften usw. Bäuerliche Arbeitsprozesse wie z.B. Melken, Zäune reparieren, Heu einholen, Säen und Ernten, die Weinlese, das Veredeln von Produkten, usw. wollen für die Gäste einfach und von Beginn an erklärt werden.

Angebotsgestaltung
Überprüfen Sie als nächstes, ob die Qualität Ihres Angebotes stimmig und richtig ist und achten Sie darauf, dass Ihre Stärken in den Werbeaussagen gut herausgearbeitet sind.
Die in Ihrer Werbung gezeigte Blumen-Kategorie muss mit der vor Ort erlebten Qualität widerspruchsfrei übereinstimmen. Aktivitäten, die authentisch rüberkommen, werden mehr geschätzt, als gekünstelte Animation. Wenn Sie sich als bäuerlicher Urlaubsanbieter auf ein Thema (Z.B Urlaub am Baby- und Kinderbauernhof, Urlaub am Reiterbauernhof) spezialisieren und dies nach außen kommunizieren, dann müssen Sie die Anforderungen dafür auf höchstem Niveau erfüllen. Zeit, Kompetenz und echtes Engagement der ganzen Familie werden gebraucht.

Gastfreundschaft
Begeistern Sie Ihre Gäste in einem letzten Schritt mit ehrlicher Gastfreundschaft.
Familiärer Anschluss liegt unter den Top-5 Erwartungen an Urlaub am Bauernhof. Oft nehmen sich Bauer und Bäuerin für tiefgründige Gespräche Zeit und beweisen feines Gespür für die Alltagsprobleme der Gäste. Wenn die Gäste bei jedem Kontakt Wertschätzung und sorgsamen Umgang empfinden, dann werden sich Ihre Gäste wohlfühlen. Ein freundlicher Empfang, eine persönliche Verabschiedung und die Erfüllung von kleinen Sonderwünschen (z.B. Jausenbrot, Tipps für Wanderungen) sind selbstverständlich. Wenn Sie es noch schaffen, ein paar Begeisterungskomponenten einzubauen, wie z.B. ein mit Bauernjause gefüllter Picknickkorb für einen romantischen Ausflug zu zweit, oder ein paar wirkliche Geheimtipps zum Wandern, Einkaufen oder zum Pilze suchen, dann werden Ihnen die Gäste „aus der Hand essen“ – vor allem entwickeln Gäste dann ebenso meist feine Sensoren für die Bedürfnisse und den möglichen Zeitrahmen ihrer Gastgeber. Es wird zum Geben und Nehmen. Und sehr häufig entstehen langjährige, freundschaftliche Beziehungen zwischen der Bauernfamilie und den Hausgästen.

Autorin: Mag. Monika FALKENSTEINER, Nussdorf am Attersee.


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Aktualisiert am: 17.02.2010 15:37
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