Unsere Kühe wurden schwerer

Eine Literaturrecherche zeigte, dass sich im Zeitraum von etwa 30 Jahren durch Zucht die Milchleistung, jedoch zu einem gewissen Grad auch die Lebendmasse, erhöht haben. Die Effizienz litt.
Da Lebendmasse innerhalb eines bestimmten Genotyps (Rasse, Linie) mit der Milchleistung genetisch positiv korreliert ist, werden und wurden die Tiere im Laufe der Zeit immer schwerer. Foto: HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Da Lebendmasse innerhalb eines bestimmten Genotyps (Rasse, Linie) mit der Milchleistung genetisch positiv korreliert ist, werden und wurden die Tiere im Laufe der Zeit immer schwerer. Foto: HBLFA Raumberg-Gumpenstein
Wenn auf ein bestimmtes Merkmal gezüchtet wird (z.B. Milchleistung), verändert sich nicht nur dieses Merkmal, sondern auch alle anderen Merkmale, die mit diesem in positiver oder negativer Beziehung stehen. Da hohe Milchleistungen mit einer hohen Stoffwechselbelastung einhergehen, verringern sich in der Tendenz die Fitness und Nutzungsdauer der Kühe, wie viele diesbezügliche Statistiken zeigen. Gleichzeitig erhöht sich auch die Lebendmasse, da größere und schwerere Tiere eine höhere Futteraufnahme, Stoffwechselkapazität und somit Milchleistung aufweisen (innere Organe, Blutmenge, Euter usw.), und somit wird indirekt darauf gezüchtet.

Kühe wurden mehr als ein Drittel schwerer

Lebendmasse, Milchleistung und Lebendmasse-Effizienz aus älteren und neueren Fütterungsversuchen in Österreich
Lebendmasse, Milchleistung und Lebendmasse-Effizienz aus älteren und neueren Fütterungsversuchen in Österreich
Aus dem Vergleich von älteren und neueren Fütterungsversuchen in Österreich (HAIGER und Ma. 1987 vs. LEDINEK und Ma. 2017 bzw. GRUBER und STEGFELLNER 2015) kann abgeleitet werden, dass sich im angesprochenen Zeitraum von etwa 30 Jahren die Milchleistung, jedoch zu einem gewissen Grad auch die Lebendmasse, erhöht haben. Wird die Steigerung der Milchleistung 100 gesetzt, so erhöhte sich die Lebendmasse um 35 % und die Lebendmasse-Effizienz dementsprechend nur um 71 % (LEDINEK und Ma. 2017). Beim Vergleich von HAIGER und Ma. (1987) mit den Ergebnissen von GRUBER und STEGFELLNER (2015) aus 18 Landwirtschaftlichen Fachschulen Österreichs macht die Steigerung der Lebendmasse 48 % bzw. die Steigerung der Lebendmasse-Effizienz nur 62 % gegenüber der Milchleistung (= 100) aus. Es ist also davon auszugehen, dass 30–40 % der Milchleistungssteigerung um den Preis einer höheren Lebendmasse erzielt wurden (im Falle von Brown Swiss und Holstein). "Für Fleckvieh liegen in Österreich leider keine älteren Daten vor", sagt Dr. Leonhard Gruber von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, der die Versuche verglich.

Mehr über die optimale Lebendmasse der effizienten Kuh lesen Sie in LANDWIRT Ausgabe 2/2018.

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Aktualisiert am: 03.01.2018 16:26